SOMMER ANDACHTEN 2026 GEDANKEN FÜR DIE URLAUBSZEIT - Play-Zeichen Pause-Zeichen

Andacht des Tages

Mittwoch, 26. August, 1. Johannes 2,18-29

fünf vor zwölf

Die Parole „Es ist fünf vor zwölf“ ist vielen von uns aus den letzten Jahren in Erinnerung geblieben. Fünf vor zwölf beim Klima. Fünf vor zwölf bei Wahlen. Fünf vor zwölf bei politischen Entscheidungen. Fünf vor zwölf beim Thema Frieden. „Fünf vor zwölf“ heißt: Es ist dringend. Nicht irgendwann. Jetzt.

Und dann kommt Johannes mit einem Satz, der erstmal genauso klingt: „Liebe Kinder, die letzte Stunde hat begonnen.“ Das kann Druck machen. Das macht Druck. Und trotzdem steckt für mich etwas Tröstliches drin. Weil da einer schreibt, dem es nicht egal ist. So wie uns vieles nicht egal ist – unsere Zukunft, unsere Welt, unser Miteinander – so ist Johannes nicht egal, wie Menschen um Christi willen leben.

Johannes merkt: Da kippt etwas. Da spaltet sich etwas. Da wird über Jesus geredet – und am Ende bleibt nicht Jesus übrig, sondern eine Version. Die einen ziehen ihn ins Geistige: „irgendwie göttlich, aber nicht wirklich Mensch.“ Die anderen ziehen ihn ins Menschliche: „nur ein Mensch – und das war’s.“ Und Johannes sagt: Nein. Christus ist Christus. Gottes Sohn. Wahrer Mensch und wahrer Gott. Und wer das auseinanderzieht, verliert nicht nur einen Gedanken – der verliert Halt.

„Die letzte Stunde“ – das ist bei Johannes nicht der Versuch, Endzeit auszurechnen. Kein Armageddon-Fahrplan. Sondern ein Dringlichkeitsappell: Bleibt. Bleibt in dem, was ihr von Anfang an gehört habt. Bleibt bei Christus. Nicht nur diskutieren. Nicht nur kommentieren. Nicht nur mal eben zustimmen. Bleibt.

Und jetzt kommt mein Gedankenspiel, weil ich merke: Genau da wird es konkret. Es geht um „wahr-haftig“. Wahr-haftig – das heißt: Ich hafte an etwas. Ich hänge mich an etwas dran. Ich halte mich fest. Und dann frage ich mich: Woran hafte ich eigentlich? Woran klebe ich? An Druck? An Erwartungen? An dem, was andere über mich denken? An meinem Bild nach außen?

Ich will es auf einen Satz bringen, quasi ein Geländer schaffen:
„Wahr-haftig: Ich halte mich an Christus.
Wahrhaft-ich: Christus hält mich.“

Wahr-haftig: Ich halte mich an Christus. Nicht an meiner Leistung. Nicht an meinem sauberen Image. Nicht an
meiner Angst. Sondern an ihm.
Wahrhaft-ich: Christus hält mich. Auch wenn ich schwach bin. Auch wenn ich zweifle. Auch wenn ich Mist baue. Auch wenn ich mich schäme. Auch wenn ich nicht weiß, wer ich gerade bin.

Und dann wird die Frage plötzlich sehr schlicht –
aber sehr echt:
Haftet die Wahrheit an mir, wenn’s eng wird?
Bleibe ich in Jesu Wegen, wenn’s unbequem wird?

Lasse ich Gottes Wort Raum in meinem Leben – sodass ich nicht nur irgendwie durchkomme, sondern dass mein „Ich“ wahr werden darf?

Diakon Alexander „Axel“ Przyborowski
Ebersbach/Rödern

Die Andachten für die Sommerzeit wurden von Jugendlichen, Teenagern und jungen Erwachsenen der Evangelisch-methodistischen Kirche (EmK) in Deutschland verfasst.

Sie spiegeln die Breite des Glaubens und Denkens von jungen Menschen wieder. Die Verantwortung für den Inhalt liegt deshalb bei den AutorInnen.

Die Andachten für die Sommerzeit werden kostenlos an die Gemeinden der EmK in Deutschland abgegeben.
Sie dienen keinem kommerziellen Zweck und werden aus Mitteln des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend gefördert.