SOMMER ANDACHTEN 2026 GEDANKEN FÜR DIE URLAUBSZEIT - Play-Zeichen Pause-Zeichen

Andacht des Tages

Donnerstag, 23. Juli, Johannes 6,1-15

Das Wunder, das satt macht

Christival 2016 in Karlsruhe – alles ist breit. Die Picknickdecken liegen hinterm Schloss ausgelegt bereit. Die ersten Gastgeber werden zu ihren Picknickdecken gewiesen und immer mehr Menschen strömen in den Schlossgarten, nehmen Platz und kommen ins Gespräch. Die Veranstalter sind aufgeregt und fragen sich: Wie viele Gäste - Christivaler und Karlsruher - werden wohl kommen? Sind es genügend Gastgeber? Ob das Essen wohl reicht? Oder gehen alle hungrig nach Hause?

So mag es auch den Jüngern gegangen sein, als sie mit Jesus und fünftausend Menschen am See von Tiberias saßen. Ihre Feststellung war: Es sind so viele Menschen, und wir haben nicht genügend Geld und Essen, damit alle satt werden. Was macht Jesus darauf? Leute, macht euch kein Stress, und er segnet das Essen – die fünf Brot und zwei Fische. Und es blieben 12 Körbe voll mit Essensresten übrig.

In Karlsruhe waren über 14.000 Leute beim Picknick dabei - und alle wurden satt! Es blieb sogar noch ein kleiner Rest in unserer Tupperdose übrig. Über Gott und die Welt wurde gesprochen, gut gegessen und es wurden neue Bekanntschaften geschlossen.

So sitz ich heute allein im Park auf meiner Christivaldecke und denke über das Wunder nach. Mein Bauch knurrt. Ich öffne meine Tupperdose und frage mich: Macht mich das Essen satt? Stillt es meinen Hunger? Meinen Magen wahrscheinlich schon, doch ich merke, mein Herz und meine Seele rebellieren gerade noch viel mehr. Da ist ein Riss, eine Leere, eine Sehnsucht. Etwas unzufriedenes in mir. Wo sind meine Seele und mein Herz hungrig? Doch welcher Hunger ist es? Ist es der Hunger nach Liebe, Anerkennung oder Angenommensein? Oder doch eher das Heimatfinden, der Erfolg, die Ruhe, die Hoffnung oder der Frieden? Und wo ist meine Seele und mein Herz gerade zufrieden? Wo wurde der Hunger gestillt? Wo brauche ich das Wunder, dass mehr übrigbleibt, als ich eigentlich brauche? Denn Jesus verspricht doch Leben im Überfluss. Und ich bete:

Herr, stille du meinen Hunger. Stille meinen Hunger nach mehr. Stille den Hunger meiner Seele und meines Herzens, dass sie zur Ruhe kommen und Frieden in sich tragen. Lass meine Seele ankommen. Fülle du mein Herz und die Sehnsucht nach mehr mit deinem Geist. Amen.

Carina Kirschmer, KJW Süd in Stuttgart

Die Andachten für die Sommerzeit wurden von Jugendlichen, Teenagern und jungen Erwachsenen der Evangelisch-methodistischen Kirche (EmK) in Deutschland verfasst.

Sie spiegeln die Breite des Glaubens und Denkens von jungen Menschen wieder. Die Verantwortung für den Inhalt liegt deshalb bei den AutorInnen.

Die Andachten für die Sommerzeit werden kostenlos an die Gemeinden der EmK in Deutschland abgegeben.
Sie dienen keinem kommerziellen Zweck und werden aus Mitteln des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend gefördert.