SOMMER ANDACHTEN 2026 GEDANKEN FÜR DIE URLAUBSZEIT - Play-Zeichen Pause-Zeichen

Andacht des Tages

Donnerstag 27. August, 1. Johannes 3,1-10

Kinder Gottes – echt, nicht perfekt

Als Kinder war Verstecken aufregend. Man hockte hinter dem Vorhang, hielt den Atem an und hörte Schritte näherkommen. Dieses Kribbeln: Werde ich entdeckt oder nicht? Gleichzeitig wollte man gesehen werden – aber eben nicht zu früh.
Auch heute verstecken wir uns noch oft, aber es fühlt sich anders an. Weniger spielerisch. Wir verstecken Fehler, Zweifel und Schwächen hinter Lächeln, coolen Sprüchen oder Sätzen wie: „Alles gut.“ Hauptsache, der Eindruck stimmt.
Wir sind ziemlich gut darin geworden, uns selbst zu optimieren – auch im Glauben. Hauptsache, wir wirken reflektiert, vernünftig und moralisch halbwegs stabil. Es geht uns oft mehr um den guten Ruf als um die Wahrheit. Mehr darum, rational zu erscheinen, als wirklich ehrlich zu sein. Aber bei Gott funktioniert dieses Spiel nicht. Vor ihm können – und müssen – wir die Wahrheit nicht verstecken. Ihm geht es nicht darum, was gerade gut aussieht oder was ihm in den Kram passt. Bei Gott zählt nicht der Schein, sondern das Echte.
Genau hier setzt der 1. Johannesbrief an. Er beginnt mit einer starken Zusage: Wir sind Gottes Kinder. Nicht irgendwann. Nicht unter Vorbehalt. Sondern jetzt. Diese Identität ist Geschenk. Gott liebt uns. Daraus folgt kein perfektes Leben, sondern ein neues Fundament aus Liebe und Zuspruch.
Allerdings spricht der Bibelvers auch von Sünde. Sie ist das Ergebnis unseres Handelns, und baut sich wie eine Mauer zwischen uns und Gott auf - eine Beziehungsstörung. Sünde kann aber auch die Beziehung zum mir selbst, meinen Mitmenschen oder die Umwelt stören. Was daraus folgt ist Schuld.
Johannes findet hier ganz schön klare und fast schon angreifend wirkende Worte, wenn er sagt: Gute Christen sündigen nicht! Wow, das ist ganz schön hart. Denn wer kann schon von sich behaupten nicht zu sündigen.
Ich definitiv nicht. Aber darum geht es Johannes auch gar nicht. Ihm ist sehr bewusst, dass wir Menschen niemals frei von Schuld sein können. Sünde ist allgegenwärtig. Die entscheidende Frage ist also nicht, ob wir sündigen. Sondern: Bestimmt die Sünde unser Leben? Gewinnt sie die Oberhand und nimmt sie uns die Kontrolle?
Aber der Johannesbrief erinnert uns auch daran: Am Anfang war das Wort und es war bei Gott. Er hat die Macht durch ein einziges Wort alles zu verändern. Früher brauchte es für die Sündenvergebung Opfer, Rituale oder Leistungen. Durch Jesus ist das anders. Heute reicht ein ehrliches Bekenntnis an Gott. Keine Show. Keine Ausreden. Keine Filter.
Ein Leben als Kinder Gottes heißt nicht, alles richtig zu machen. Wenn wir mit Gott in Beziehung bleiben, stellen wir uns automatisch gegen die Sünde. Er macht uns stark. Und ja, es bleibt ein Kampf. Doch der ist kein Zeichen von Schwäche, sondern ein Zeichen unseres Bemühens und unserer Verbindung zu Gott.
Am Ende bleibt eine klare Wahrheit: Wir sind über alles geliebte Kinder Gottes. Das steht fest, auch mit unseren Fehltritten. Wichtig ist aber diese ehrlich zuzugeben und vor Gott zu bringen. Wir müssen uns nicht verstecken. Wir dürfen aus unserem Versteck heraustreten und mutig darauf vertrauen, dass Gott ein Fundament aus Liebe für unser Leben bereitstellt. Auf dieses können wir unser ganzes Leben auf- und auch immer wieder umbauen.

Annika Frei, Wüstenrot-Neuhütten/ Eichstätt

Die Andachten für die Sommerzeit wurden von Jugendlichen, Teenagern und jungen Erwachsenen der Evangelisch-methodistischen Kirche (EmK) in Deutschland verfasst.

Sie spiegeln die Breite des Glaubens und Denkens von jungen Menschen wieder. Die Verantwortung für den Inhalt liegt deshalb bei den AutorInnen.

Die Andachten für die Sommerzeit werden kostenlos an die Gemeinden der EmK in Deutschland abgegeben.
Sie dienen keinem kommerziellen Zweck und werden aus Mitteln des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend gefördert.