In diesem Bibelabschnitt spricht Johannes über etwas, das wir alle kennen und uns gleichzeitig oft schwerfällt: Liebe. Er sagt nicht nur, dass Gott liebt – sondern dass Gott Liebe ist. Das bedeutet: Liebe ist kein nettes Extra von Gott, sondern sein Wesen.
Johannes macht deutlich: Wahre Liebe kommt nicht aus uns selbst. Sie beginnt bei Gott. Gott hat uns zuerst geliebt, und zwar so sehr, dass er seinen Sohn Jesus für uns gegeben hat. Diese Liebe haben wir uns nicht verdient. Sie ist ein Geschenk.
Diese Liebe fordert uns aber auch heraus. Wenn Gott uns so sehr liebt, dann sollen auch wir einander lieben. Nicht nur die Menschen, die uns sympathisch sind oder uns guttun, sondern auch die, die schwierig sind. Das ist nicht leicht – und genau deshalb geht es hier nicht um menschliche Perfektion, sondern darum, Gottes Liebe durch uns wirken zu lassen.
Ein wichtiger Satz ist: „Furcht ist nicht in der Liebe“. Oft haben wir Angst: nicht gut genug zu sein, abgelehnt zu werden oder Fehler zu machen. Doch Gottes Liebe nimmt diese Angst. Wer in seiner Liebe lebt, darf wissen: Ich bin angenommen. Ich muss mir Gottes Liebe nicht verdienen.
Johannes sagt auch: Wir können Gott nicht lieben, wenn wir unseren Mitmenschen nicht lieben. Liebe zu Gott zeigt sich im Alltag – in unserem Umgang miteinander, in Vergebung, Geduld und Ehrlichkeit.
Gedanke zum Mitnehmen
Gottes Liebe ist die Quelle. Wir müssen sie nicht produzieren, sondern dürfen sie weitergeben. Dort, wo wir lieben, wird Gott sichtbar – auch wenn wir ihn nicht sehen können.
Raphaela Richter, Leubsdorf
Evangelische Jugend Marienberg
Die Andachten für die Sommerzeit wurden von Jugendlichen, Teenagern und jungen Erwachsenen der Evangelisch-methodistischen Kirche (EmK) in Deutschland verfasst.
Sie spiegeln die Breite des Glaubens und Denkens von jungen Menschen wieder. Die Verantwortung für den Inhalt liegt deshalb bei den AutorInnen.
Die Andachten für die Sommerzeit werden kostenlos an die Gemeinden der EmK in Deutschland abgegeben.
Sie dienen keinem kommerziellen Zweck und werden aus Mitteln des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend gefördert.