„Hallelujah! Lobe den Herrn, meine Seele!“ Mit diesem zweifachen Lobesruf beginnt Psalm 146. Es ist der erste von den letzten fünf Psalmen im Buch der Psalmen, der mit diesem Wortlaut beginnt und uns somit erinnert: „LOBET den Herrn.“ Und gerade dieser Psalm führt uns vor Augen: Lobet nicht Mächtige, nicht Einflussreiche oder vermeintliche Retter in der Welt. Sondern lobet unseren Gott, unseren Herrscher.
Unsere heutige Lage zeigt uns momentan mehr als deutlich, dass die Suche im Außen nach jemanden, der unsere Welt im Guten leitet und rettet, geradezu lachhaft ist. So viele vermeintlich Große, die Länder und Menschen zu Grunde richten und immer mehr ohne Rücksicht auf Verluste nach Macht und Reichtum gieren. Wo finden wir in dieser Zeit - voll ethisch fragwürdiger, gefährlicher Tendenzen und Entscheidungen der Machtinhaber - Sicherheit und Stabilität, Frieden und Rettung?
Der Psalm stellt diesen leeren Versprechen unseren lebendigen Gott vor Augen: der uns begleitende Schöpfer von Himmel und Erde. Psalm 146 zeichnet das Bild eines Gottes, der hinsieht und handelt. Er ist kein ferner Herrscher, sondern ein Gott der Beziehung. Er ist es, bei dem wir in Sicherheit und Frieden sein können. Das macht Hoffnung in unserer Zeit des Krieges, der Ausgrenzungen, Beziehungsabbrüche, humanitären Katastrophen, …
Er wendet sich denen zu, die es damals wie heute schwer und immer schwerer haben. Er ist es, der seine Macht nicht wie die irdischen „Mächtigen“ nutzt, um Stärkere noch stärker und Reichere noch reicher werden zu lassen. Gottes Macht zeigt sich nicht in Unterdrückung, sondern in seiner Zuwendung und Barmherzigkeit. Er schafft Recht den Unterdrückten, gibt den Hungrigen Brot, befreit die Gefangenen, öffnet die Augen der Blinden und richtet die Gebeugten auf.
Am Ende steht die Zusage: „Der Herr ist König auf ewig.“ Diese Worte laden ein, uns in all dem hoffnungslosen Nachrichtenchaos auf den Einen zu besinnen, der uns geschaffen hat und regiert, auf den wir hoffen dürfen und der uns Halt gibt. Der eine, der uns retten kann. Und wir, wir können uns immer wieder neu entscheiden, Gott zu loben, jeden Tag neu, ein Leben lang: „Lobet den Herrn! Hallelujah!“
Jette Lampprecht (Sozialpädagogin und Theologin),
Nürnberg
Die Andachten für die Sommerzeit wurden von Jugendlichen, Teenagern und jungen Erwachsenen der Evangelisch-methodistischen Kirche (EmK) in Deutschland verfasst.
Sie spiegeln die Breite des Glaubens und Denkens von jungen Menschen wieder. Die Verantwortung für den Inhalt liegt deshalb bei den AutorInnen.
Die Andachten für die Sommerzeit werden kostenlos an die Gemeinden der EmK in Deutschland abgegeben.
Sie dienen keinem kommerziellen Zweck und werden aus Mitteln des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend gefördert.