SOMMER ANDACHTEN 2026 GEDANKEN FÜR DIE URLAUBSZEIT - Play-Zeichen Pause-Zeichen

Andacht des Tages

Dienstag, 30. Juni, Amos 3,1-2 & 9-15

Es ist angerichtet!

Wie magst du dein Gericht? Eher viel Hauptspeise und wenig Verzierungen oder isst bei dir das Auge mit: geschmückter Tisch, garnierter Teller und ein, zwei kleine schöne Dekorationen dazu?

Der Prophet Amos garniert das „Gericht“, das er Israel anzukündigen hat, sehr poetisch durch die Blume. Ganz ironisch fordert Amos (in V 9.) die Oberschicht Israels auf, die Weltmächte Ägypten und Aschdod (Philister) einzuladen, damit sie von den Bergen aus Samaria bewundern. Doch sie sollen nicht über den Reichtum und die Blüte Samariens staunen, sondern über die Verbrechen der Reichen gegenüber den Armen im Volk. Dem ironischen Ton folgt ein brutaler Vergleich aus Amos Alltag, der Schafzucht. Wenn ein Schaf von einem wilden Tier gerissen wird, benötigt ein Hirte als Beweis wenigstens ein Ohr oder ein anderes kleines Teil des toten Tieres. Ebenso wenige Menschen sollen nach Gottes Gericht übrigbleiben. Und schließlich garniert er seinen Poetry, den Gerichtscocktail, in dem er die Zerstörung der Heiligtümer ankündigt. Die Hörner an den Altären, an denen sich die Gläubigen festhielten, um Schutz zu erlangen, werden am Boden zerstört liegen. D.h. auch dieser religiöse Schutz wird ihnen nicht helfen. (Einige Jahrzehnte später, 722 v. Chr., wurde Israel tatsächlich zerstört.) König Jerobeam und seine Leute wähnten sich in Sicherheit, denn sie gehörten doch zum auserwählten Volk Gottes. Und das bestätigt auch Amos am Anfang (Amos 3,1-2). Doch er fügt an, dass Erwählung kein Freibrief ist. Gott fordert Rechenschaft für die Verbrechen.

Wir können diese Geschichte Israels nicht eins zu eins auf heute übertragen. Manche gesellschaftlichen Parallelen entdecken wir vielleicht, aber wir sollen vorsichtig sein.
Doch wie Gott sein erwähltes Volk liebt, so sind auch wir heute als Gottes Kinder geliebt. Was bedeutet lieben? Heißt, jemanden zu lieben, bei dessen Ungerechtigkeit oder gar Verbrechen einfach die Augen zu schließen? Bedeutet lieben nicht auch, die andere Person auf Fehler hinzuweisen und sie auf den guten Weg lenken zu wollen? Das tut auch Gott mit uns. Ein alter Spruch lautet: Gott liebt die Sünderinnen und Sünder, aber hasst die Sünde. Also: Unrecht, das ich tue, verurteilt Gott und manchmal spüre ich auch die Konsequenzen. So unperfekt und unvollkommen wie ich bin, bleibe ich dennoch in Gottes Augen unvergleichlich wertvoll!

Am Ende des Amos Buches gibt es eine Vision, dass Gott auch mit diesem Volk eine Zukunft hat. Das ist der Ausblick der unbezahlbaren Liebe. Gott lässt sein Glaubensvolk niemals fallen. Das gilt auch heute - dir und mir!

Andreas Fahnert, Oranienburg

Die Andachten für die Sommerzeit wurden von Jugendlichen, Teenagern und jungen Erwachsenen der Evangelisch-methodistischen Kirche (EmK) in Deutschland verfasst.

Sie spiegeln die Breite des Glaubens und Denkens von jungen Menschen wieder. Die Verantwortung für den Inhalt liegt deshalb bei den AutorInnen.

Die Andachten für die Sommerzeit werden kostenlos an die Gemeinden der EmK in Deutschland abgegeben.
Sie dienen keinem kommerziellen Zweck und werden aus Mitteln des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend gefördert.