„Liebe deinen Nächsten.“ Und das nicht nur oberflächlich, sondern von Herzen liebevoll gemeint. Natürlich verbinden wir diese Worte sofort mit dem Neuen Testament. Aber nun meint Johannes in Vers 7, dass das Gebot nicht neu ist, sondern schon vor langer Zeit offenbart wurde. Mit Blick auf das Alte Testament erkennen wir dieses Gebot tatsächlich in Form der Stammesliebe. Familie war das höchste Gut, es galt sie zu ehren und bis auf den Tod zu beschützen. Und trotz seiner Beständigkeit bringt das Gebot nun was Neues mit sich: Von der Liebe rein zur eigenen Blutsverwandtschaft breitet sie sich auf das gesamte Umfeld aus. Gottes Liebe im Neuen Testament gilt allen! Jesus, Gottes Sohn, hat die Nächstenliebe geprägt: Das ist das neue Gesetz. Und dieses dürfen wir Christen widerspiegeln und davon lernen.
Wir merken oft, dass es superleicht ist, Menschen zu lieben, die eine ähnliche Meinung haben wie wir selbst. Sehr gegensätzliche Meinungen dagegen können aufwühlen, verunsichern und Abstand nehmen lassen. Dies geschieht auch schon innerhalb einer Familie, wo es schnell vorbei ist mit der „Stammesliebe“. Auch Grabenkämpfe unter uns Christen sind sehr real. Gemeinden schotten sich ab, man verdreht übereinander die Augen oder es fallen richtig gehässige Worte. Johannes nutzt klar den Kontrast von Dunkelheit (Hass) und Licht (Liebe). Wir sind so damit beschäftigt, andere Menschen abzulehnen, dass Gott gar keinen Raum mehr bekommt. Dabei ist die gelebte Akzeptanz von Andersartigkeit so wichtig, wo sich Gott durch die Gemeinden in so unterschiedlicher Art und Weise offenbaren kann. Jeder von uns hat mit seinen eigenen Dunkelheiten zu kämpfen. Dabei können wir überprüfen: Geht dieser Unmut wirklich von mir aus oder beeinflusst mich gerade was? Ist mein Herz wirklich die Basis für meine Überzeugung oder sehen meine Taten anders aus? Hier wünschen wir dir Menschen an deiner Seite, die dich begleiten und dir auch wertschätzend
Rück-meldung geben: Wie nehmen sie dich wahr?
Vielleicht erkennst du Unterschiede in der Fremd- und Eigenwahrnehmung?
Wir wünschen uns, dass wir unsere Perspektive wechseln, mehr hin zum Licht. Das bedeutet aber auch, mal unbequeme Wege zu gehen, denn Menschen liebend zu begegnen, kostet Kraft und diese kann nicht von uns allein heraus entstehen. Aber wenn Gott uns hilft, glauben wir, dass Versöhnung in Familien, Freundschaften und unter Christen entstehen kann. Nicht immer bequem, aber am Ende voller innerer Freiheit.
Kreis junger Erwachsener, EmK Zwickau
Die Andachten für die Sommerzeit wurden von Jugendlichen, Teenagern und jungen Erwachsenen der Evangelisch-methodistischen Kirche (EmK) in Deutschland verfasst.
Sie spiegeln die Breite des Glaubens und Denkens von jungen Menschen wieder. Die Verantwortung für den Inhalt liegt deshalb bei den AutorInnen.
Die Andachten für die Sommerzeit werden kostenlos an die Gemeinden der EmK in Deutschland abgegeben.
Sie dienen keinem kommerziellen Zweck und werden aus Mitteln des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend gefördert.