SOMMER ANDACHTEN 2026 GEDANKEN FÜR DIE URLAUBSZEIT - Play-Zeichen Pause-Zeichen

Andacht des Tages

Sonntag, 19. Juli, Psalm 87

Du wurdest hinzugefügt

Stellt euch vor, es gibt eine neue WhatsApp-Gruppe, in der alle drin sein wollen. Aber man kommt nur hinein, wenn man hinzugefügt wird.

Manche werden sofort aufgenommen. Andere müssen erst einmal warten, manche werden sogar wieder rausgeschmissen. Und manche werden nie gefragt und nie hinzugefügt.

Die Frage, die bleibt, ist nicht: Wie cool bin ich? Sondern: Wer entscheidet eigentlich, ob ich dazugehöre?

Psalm 87 erzählt genau davon. Gott beantwortet die Frage, aber er antwortet anders, als wir es erwarten würden.

Gott hat sich Zion ausgesucht als seine Stadt. Der Psalm sagt nicht, dass Zion besonders schön sei, oder dass da besonders fromme Leute leben. Die Stadt ist besonders, weil Gott sie ausgewählt hat. An diesem Ort soll Gottes Nähe spürbar werden. So ist es auch mit Gottes Liebe. Wir sind auserwählt, nicht weil wir etwas besonders gut können, nicht weil wir besonders fromm oder schön sind. Gottes Liebe ist unabhängig von unserer Leistung.

Besonders spannend finde ich den Text ab Vers vier. Eigentlich müsste man hier stutzen. Denn hier wird mit einer Aufzählung von verschiedenen Völkern begonnen. Und das sind alles Völker, die den Israeliten in schlechter Erinnerung sind. In Ägypten waren sie Sklaven, Babylon wird in der Bibel oft als Symbol absoluter Gottesferne genannt, das Philisterland, Tyrus und auch Äthiopien waren Fremdvölker und zum Teil sogar Feinde Israels.

Aber alle werden ein „Heimatrecht in Zion“ (Vers 6) haben. Das bedeutet nicht, dass sie umziehen müssen. Gott schreibt sie in sein Bürgerregister. Nicht der Geburtsort oder die Staatangehörigkeit entscheiden, ob ich dazugehöre, sondern Gott.

Manchmal ertappe ich mich dabei, dass ich Menschen bewusst oder unbewusst ausschließe. Und manchmal möchte ich der Admin der Gruppe sein, der entscheidet, wer dazugehören darf und wer nicht. Vielleicht kennt ihr diesen Gedanken.

Heute könnte es unsere Challenge sein, wie in Vers sieben zu leben. Zusammen zu feiern, zu tanzen und zu singen, weil wir alle zu Gott gehören. Vielleicht singen und tanzen wir unterschiedlich, aber unsere gemeinsame Staatsbürgerschaft im Himmel vereint uns zu einem großartigen Tanz und vollendeten Gesang. Wo Menschen bei Gott Heimat finden, entsteht Leben.

Vielleicht ist die wichtigste Frage heute nicht, wen wir noch in die Gruppe lassen würden, sondern ob wir glauben, dass Gott uns längst hinzugefügt hat – ohne Bedingungen. Psalm 87 erinnert uns: Unsere Identität beginnt bei Gott – und aus dieser Sicherheit heraus können wir andere mit hineinnehmen.

Lucienne Gewarowski, Aue

Die Andachten für die Sommerzeit wurden von Jugendlichen, Teenagern und jungen Erwachsenen der Evangelisch-methodistischen Kirche (EmK) in Deutschland verfasst.

Sie spiegeln die Breite des Glaubens und Denkens von jungen Menschen wieder. Die Verantwortung für den Inhalt liegt deshalb bei den AutorInnen.

Die Andachten für die Sommerzeit werden kostenlos an die Gemeinden der EmK in Deutschland abgegeben.
Sie dienen keinem kommerziellen Zweck und werden aus Mitteln des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend gefördert.