SOMMER ANDACHTEN 2026 GEDANKEN FÜR DIE URLAUBSZEIT - Play-Zeichen Pause-Zeichen

Andacht des Tages

Montag, 06. Juli, Amos 7,1-9

Das große Ganze

Und mal wieder hat sich Gott einen eher einfachen und weniger privilegierten Menschen für seine Pläne ausgesucht: Amos, ein Hirte und Feigenbaumzüchter. Gott möchte, dass dieser dem Volk Israel dessen Situation aufzeigt. Denn es ist mal wieder auf einem „Egotrip“ unterwegs. Jerobeam II. regiert aktuell, interessiert sich kaum, bis gar nicht für Gott und das Volk färbt von ihm ab. Wieder ein Versagen Israels, wie so oft in der Bibel. Doch Gott liebt sein Volk, denn er hat es auserwählt. Mit dieser Berufung geht aber auch eine besondere Verantwortung einher. Wenn mit dieser leichtfertig umgegangen wird, so bedeutet es für Gott, dass er konsequent bestrafend handeln muss.

Die Heuschrecken-Vision ist der Auftakt von mehreren Visionen, die Amos von Gott erhält. Sie stehen symbolisch für den Tag des Herrn, an dem er im Volk Gerechtigkeit schaffen möchte. Heuschrecken fallen über das Land und fressen alles ab. Selbst Amos bittet Gott um Erbarmen für Israel, denn er sieht es dadurch in dessen Existenz bedroht. Und tatsächlich verspricht Gott, dass diese Vision doch nicht eintreten soll. Die weiteren Visionen wirst du in den nächsten Tagen noch kennenlernen.

Wie so oft im Alten Testament, klingt das alles sehr hart und bestrafend. Es liegt nun an uns, ob wir dennoch das große Ganze verstehen möchten, welches eine unabdingbare Liebe Gottes offenbart. Es ist ein stetiges Ausbalancieren von Gericht und Gnade. Weil Gott sein Volk so liebt, ist es für ihn unumgänglich zu handeln, wenn es in die falsche Richtung läuft. Denn über diesem Richten steht der langfristige Wunsch, dass seine Herrlichkeit erkannt und nur er angebetet wird. Diese Anbetung führt dazu, dass das Volk Gerechtigkeit und Nächstenliebe leben kann, so wie es sich Gott wünscht.
Ich persönlich lerne durch das Buch Amos, wie sehr Gottes Wunsch nach Beziehung zu uns über allem steht. Wenn wir in die falsche Richtung laufen, tut ihm das weh. Doch auch falsche Wege kann er nutzen, dass sie uns zum Besten dienen. Wir dürfen neu lernen, ihm zu vertrauen und zu verstehen, dass er es gut meint. Das geschieht heute vielleicht nicht mehr durch Heuschrecken, aber immer wieder wird er vielfältige Wege finden, um uns die Chance zu geben, uns ihm zuzuwenden. Ich persönlich durfte auch lernen, dass in Dürrephasen großer Segen liegen kann und dass man an Gottes Liebe nicht zweifeln muss. Du vielleicht auch?

Saphira Reuther, Zwickau

Die Andachten für die Sommerzeit wurden von Jugendlichen, Teenagern und jungen Erwachsenen der Evangelisch-methodistischen Kirche (EmK) in Deutschland verfasst.

Sie spiegeln die Breite des Glaubens und Denkens von jungen Menschen wieder. Die Verantwortung für den Inhalt liegt deshalb bei den AutorInnen.

Die Andachten für die Sommerzeit werden kostenlos an die Gemeinden der EmK in Deutschland abgegeben.
Sie dienen keinem kommerziellen Zweck und werden aus Mitteln des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend gefördert.