Was ist Durst eigentlich? Viele verstehen unter dem Begriff Durst, den psychischen Trieb einen Flüssigkeitsmangel im Körper auszugleichen. Andererseits kann man den Durst auch mit Dürsten gleichsetzen - Durst nach Gier, nach Macht oder Streben nach Erfolg. Ein solcher Durst kann nicht gestillt werden oder zumindest nur zeitlich begrenzt. Früher oder später wird man mehr wollen.
Im Johannes 4, Vers 1-14 spricht Jesus auch von Durst. Doch damit ist nicht der herkömmliche Begriff gemeint, sondern der Durst des Geistes - der Durst nach Wissen und Vollkommenheit; nach völliger Zufriedenheit, nach Gemeinschaft, der Durst nach dem Glück. Ein Durst, wie er nur von Gott gestillt werden kann.
Jesus ist in der Bibelstelle unterwegs nach Galiläa und durchquert dabei Samarien. Zur Mittagszeit kommt er an einen Brunnen. Da er müde und erschöpft ist, lässt er sich nieder. Als eine Samariterin kommt, fragt er sie, ob sie ihm mit ihrem Eimer etwas Wasser zum Trinken aus dem Brunnen holen könne.
Nun sollten wir uns die Frage stellen, warum Jesus zur Mittagszeit einer einzelnen Samariterin an einem Brunnen begegnet? Und warum Jesus als Jude eine Samariterin um Hilfe bittet? Normalerweise waren die Frauen zu dieser Zeit immer nur am Morgen oder am Abend in kleinen Gruppen zum Wasserholen am Brunnen. Da in der Mittagszeit die Hitze zum Wasserholen viel zu groß war und man beim gemeinsamen Wasserholen die Chance zum Austausch nutzte. Daraus lässt sich schließen, dass die Samariterin aus der Gesellschaft ausgestoßen ist und daher in der Mittagshitze zum Brunnen Wasserholen muss, weil sie bei den restlichen Wasser holenden Frauen nicht erwünscht ist. Ebenfalls ist sie Samariterin, ganz im Gegenteil zum jüdischen Jesus. Die Samariter waren ein Volk, das sich aus Israeliten und ausländischen Einsiedlern zusammensetzte. Sie sahen nur die Fünf Bücher Mose als heilige Schrift an und den Berg Garizim als Gottes heiligen Ort, statt des Tempels in Jerusalem. Somit kam es zu einer starken Verfeindung der Juden und Samariter. Und trotzdem spricht Jesus sie an und bittet sie um Wasser. Ihm ist egal, aus welcher sozialen Stellung sie kommt oder welche Religion sie vertritt.
Jesus meint, dass Wasser ihr keinen Durst stillt. Was man logischerweise direkt hinterfragt, da Wasser bekanntlich der beste Durststiller ist. Jesus bezieht sich aber - wie oben gesagt - nicht auf den Durst in Form von einem Wassermangel im Körper, sondern auf den geistigen Durst. Daraufhin sagt er, dass er ihr Wasser geben kann, was ihren Durst stille. Hier steht das Wasser, was er meint, für den Heiligen Geist und somit die Neuanbindung bei Gott.
Jesus kommt zu jedem! Egal wer man ist. Egal wo man ist.
Er findet dich und gibt dir die Liebe Gottes. Er gibt dir die Chance auf ein erfülltes Leben mit Gott. Er stillt
deinen Durst.
Nils C. Müller, Bockau
Die Andachten für die Sommerzeit wurden von Jugendlichen, Teenagern und jungen Erwachsenen der Evangelisch-methodistischen Kirche (EmK) in Deutschland verfasst.
Sie spiegeln die Breite des Glaubens und Denkens von jungen Menschen wieder. Die Verantwortung für den Inhalt liegt deshalb bei den AutorInnen.
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