SOMMER ANDACHTEN 2026 GEDANKEN FÜR DIE URLAUBSZEIT - Play-Zeichen Pause-Zeichen

Andacht des Tages

Samstag, 08. August, Johannes 8,37-45

Wem hören wir wirklich zu?

In Johannes 8,37–45 spricht Jesus mit Menschen, die sich religiös sicher fühlen. Sie sagen: „Wir sind Abrahams Nachkommen.“ Für sie ist das mehr als Herkunft – es ist Identität. Wer zu Abraham gehört, gehört zu Gott. Doch Jesus stellt diese Sicherheit infrage. Er macht klar: Abstammung oder religiöse Zugehörigkeit sagen noch nichts darüber aus, wie ein Mensch innerlich steht. Entscheidend ist, wie jemand auf Jesus reagiert.

Diese Szene ist unbequem, weil sie auch uns betrifft. Auch heute verlassen wir uns leicht auf Äußerliches: Tradition, richtige Worte, kirchliche Gewohnheiten oder das
Gefühl, ein guter Mensch zu sein. Doch Jesus schaut tiefer. Ihn interessiert nicht zuerst, woher wir kommen, sondern was uns prägt. Welche Stimmen hören wir? Was
beeinflusst unsere Entscheidungen?

Jesus nennt ein klares Kriterium: Wer zu Gott gehört, hört auf seine Worte. Damit meint er nicht nur Zuhören mit den Ohren, sondern ein Offenwerden des Herzens.
Genau das fällt seinen Gesprächspartnern schwer. Sie „können“ seine Worte nicht hören, weil sie innerlich blockiert sind. Sie haben bereits entschieden, was wahr sein
darf. Und Jesu Worte passen nicht in dieses Bild.

Dann spricht Jesus sehr deutlich von einer anderen Quelle, die hinter der Ablehnung steht. Er beschreibt Lüge als etwas Zerstörerisches. Lüge ist nie neutral. Sie trennt
Menschen voneinander, von Gott und von der Wahrheit über sich selbst. Oft tarnt sie sich als Überlegenheit oder als scheinbare Sicherheit: „Wir wissen doch, wie es ist.“

Das Evangelium will damit nicht beschämen, sondern wachrütteln. Es lädt ein, ehrlich hinzuschauen: Was leitet mich wirklich? Gottes Wahrheit oder Angst, Stolz und Kontrolle? Besonders schwer fällt es uns, Wahrheit anzunehmen, wenn sie uns korrigiert. Dann fühlen wir uns schnell angegriffen.

Doch Jesus sagt: Die Wahrheit macht frei. Diese Wahrheit ist keine Theorie, sondern eine Person. Jesus selbst ist die Wahrheit. Wer sich ihm öffnet, wird innerlich neu. Äußere Frömmigkeit allein reicht nicht. Entscheidend ist, ob Gottes Wort Raum in uns bekommt und unser Denken und Handeln prägt.

Paul Böttrich, Moritzburg

Die Andachten für die Sommerzeit wurden von Jugendlichen, Teenagern und jungen Erwachsenen der Evangelisch-methodistischen Kirche (EmK) in Deutschland verfasst.

Sie spiegeln die Breite des Glaubens und Denkens von jungen Menschen wieder. Die Verantwortung für den Inhalt liegt deshalb bei den AutorInnen.

Die Andachten für die Sommerzeit werden kostenlos an die Gemeinden der EmK in Deutschland abgegeben.
Sie dienen keinem kommerziellen Zweck und werden aus Mitteln des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend gefördert.