In Johannes 4 lesen wir von einem königlichen Beamten, dessen Sohn todkrank ist. Er kommt zu Jesus mit seiner Angst, seiner Hoffnung und einer Bitte. Jesus heilt den Sohn nicht sichtbar vor seinen Augen, sondern sagt nur einen Satz: „Dein Sohn lebt.“
Und dann heißt es: „Der Mann glaubte dem Wort Jesu und ging.“ Er sieht noch nichts, er hat keinen Beweis, aber er vertraut. Erst später merkt er: „Jesu Wort ist wahr geworden.“
Vertrauen beginnt hier: bei Gott. Wir dürfen lernen, Jesus zu vertrauen, auch wenn wir nicht sofort sehen, wie alles gut werden soll. Dieses Vertrauen trägt und kann auch weiterwachsen. Denn wer Gott vertraut, kann auch lernen, Menschen zu vertrauen.
Menschen zu vertrauen heißt, ihnen offen zu begegnen, das Gute in ihnen zu sehen und Vorurteile bewusst beiseitezulegen. Es bedeutet, anderen eine echte Chance zu geben. Es bedeutet, neu und frisch auf Menschen zuzugehen – egal ob sie (noch) fremd sind oder schon lange zu unserem Leben gehören. Auch bekannte Menschen dürfen wir immer wieder neu kennenlernen.
Vertrauen heißt: „Ich gebe dir eine Chance. Ich höre zu. Ich gehe einen Schritt auf dich zu.“
Ohne Vertrauen wird Zusammenarbeit schwer. Mit Vertrauen wird Aufgabenteilung fairer, Miteinander ehrlicher und Liebe freier. – Nicht, weil alles perfekt ist, sondern weil wir einander ernst nehmen.
Aber wichtig ist auch: Vertrauen ist nicht einfach „von Gott gegeben“. Es muss wachsen, gepflegt und immer wieder neu bestätigt werden. Manchmal wird Vertrauen enttäuscht. Das tut weh und hinterlässt Spuren. Ein Vertrauensbruch fordert uns emotional heraus, aber er kann uns auch verändern und reifer machen, wenn wir bereit sind, daraus zu lernen. Manchmal braucht es Konsequenzen, Abstand und Zeit.
Aber lasst euch davon nicht entmutigen! Mit Gottes Hilfe können wir neu anfangen! Schritt für Schritt. Vertrauen wieder aufbauen – langsam, ehrlich, echt. Menschen nicht fallen lassen, sondern Mut machen. Unterstützung anbieten. Gemeinsam Lösungen suchen, statt allein zu kämpfen.
So wie der Beamte Jesus vertraut hat, dürfen auch wir lernen: Gott vertrauen – und daraus die Kraft schöpfen, Menschen zu vertrauen. Immer wieder neu.
Laura Friedemann, Erfurt
Die Andachten für die Sommerzeit wurden von Jugendlichen, Teenagern und jungen Erwachsenen der Evangelisch-methodistischen Kirche (EmK) in Deutschland verfasst.
Sie spiegeln die Breite des Glaubens und Denkens von jungen Menschen wieder. Die Verantwortung für den Inhalt liegt deshalb bei den AutorInnen.
Die Andachten für die Sommerzeit werden kostenlos an die Gemeinden der EmK in Deutschland abgegeben.
Sie dienen keinem kommerziellen Zweck und werden aus Mitteln des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend gefördert.