Streitgespräche sind meistens unangenehm und können auch schnell ausarten und verletzend sein. Man wird hitzig und sagt Dinge mehr aus dem Affekt heraus. Man lernt dabei sein Gegenüber erst einmal so richtig kennen.
So ähnlich war das auch bei einer Auseinandersetzung zwischen Jesus und Gegnern von ihm, aber nicht so wie ihr vielleicht jetzt denkt.
Jesus versucht nicht nur einmal seine Gegner davon zu überzeugen, dass er die Wahrheit sagt und dass, wenn man an seinem Wort festhalte, man in Ewigkeit bei Gott sein werde. Damit zeigt Jesus auch, dass Nähe zu Gott nicht durch Abstammung oder Leistungen entsteht, sondern durch den Glauben an Jesus Christus.
Die Anderen wollen das aber unter keinen Umständen glauben und fragen ihn deshalb nach Abraham. Denn der war bisher für sie DER Maßstab aller Autorität, Wahrheit und Gottesnähe. Als Jesus einfach so dahergelaufen kommt und etwas davon erzählt, dass er selbst die Wahrheit sei und quasi direkt in Gottes Dunstkreis sei, wollten sie es nicht glauben.
Als Jesus sagte: „Ehe Abraham wurde, BIN ICH“, bezeichnet er sich selbst mit dem Namen, mit dem Gott sich schon damals gegenüber Mose bezeichnet hat. Jesus offenbart eindeutig, wer ER IST.
Die Anderen können – nein – wollen das nicht wahrhaben und beschimpfen Jesus der Gotteslästerung, was zur damaligen Zeit mit Steinigung bestraft wurde. Sie versuchen Jesus zu steinigen, doch er wird von Gott verborgen. Sie halten so sehr an ihrer Herkunft fest, dass sie es gar nicht zulassen wollen, dass sich etwas in ihrem Bild verschiebt.
Ich denke, dass wir uns auch, wie die Gegner Jesu, schwertun, darüber zu reflektieren, was wir glauben. Traditionen, die es schon lange gibt, mögen Halt und Sicherheit geben, aber manchmal sollte man sich eben nicht fragen: „Wie haben wir es denn immer gemacht?“, sondern: „Wem glaube und vertraue ich?“
Nur weil es immer funktioniert hat, heißt es nicht, dass es das in Zukunft auch tut.
Klara Rochlitzer, Hartmannsdorf
Die Andachten für die Sommerzeit wurden von Jugendlichen, Teenagern und jungen Erwachsenen der Evangelisch-methodistischen Kirche (EmK) in Deutschland verfasst.
Sie spiegeln die Breite des Glaubens und Denkens von jungen Menschen wieder. Die Verantwortung für den Inhalt liegt deshalb bei den AutorInnen.
Die Andachten für die Sommerzeit werden kostenlos an die Gemeinden der EmK in Deutschland abgegeben.
Sie dienen keinem kommerziellen Zweck und werden aus Mitteln des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend gefördert.