In dieser Bibelstelle geht es richtig drunter und drüber. Zuerst wundert sich die Menge, dass Jesus nicht festgenommen wird und denkt, die Anführer würden jetzt an ihn glauben. Kurz darauf lehnen sie ihn aber wieder ab – nur wegen seiner Herkunft.
Wie oft lassen wir uns eigentlich davon beeinflussen, was andere denken? Und wie oft stecken wir selbst Menschen in Schubladen – wegen Herkunft, Sprache, Bildung oder was auch immer? Wir glauben oft, alles beurteilen zu können, so wie die Leute in der Geschichte. Aber ihr Urteil war falsch. Jesus hatte recht: Er ist der Messias, er ist der Weg, die Wahrheit und das Leben, er schenkt das Wasser des Lebens.
Auch wir liegen oft falsch mit unseren Einschätzungen. Ich kenne das nur zu gut: Ich bin ein ziemlich kritischer Mensch. Wenn ich in einem Buch oder einer Andacht auf einen Punkt stoße, den ich anders sehe, schalte ich oft ab und denke, ich weiß es besser. Damit verpasse ich aber, dass Gott gerade durch diese Andacht, dieses Buch oder diese Menschen zu mir sprechen möchte – Menschen, die ich vielleicht schon in eine Schublade gesteckt habe. Kennst du das auch?
Besonders spannend: Die Geschichte spielt beim Laubhüttenfest. Da erinnern sich die Juden daran, was Gott alles Großes getan hat, wie er sie aus Ägypten geführt und in der Wüste beschützt hat. Das Schlafen in den Laubhütten erinnert jedes Jahr daran, dass sie auf Gott angewiesen sind. Und so sagt Jesus dazu in Vers 37: „Wer Durst hat, der komme zu mir und trinke!“ Mit „lebendigem Wasser“ meint er den Heiligen Geist.
Wir brauchen den Heiligen Geist genauso wie die Menschen damals: um Jesus zu verstehen, sein Wort anzunehmen, andere nicht zu verurteilen und zu erkennen, was in einer Welt voller Möglichkeiten richtig ist.
Gebetsimpuls:
„Jesus, hilf mir, nicht immer meine eigene Meinung über alles zu stellen und mich über andere zu erheben. Vergib mir, wenn ich Menschen in Schubladen stecke. Bitte sei bei mir mit deinem Heiligen Geist und zeig mir, wie ich leben soll. Ich brauche dein Wasser des Lebens, um in dieser verrückten Welt Halt zu haben. Amen.“
David Rümmler, Jugendmitarbeiter bei der Evangelischen Jugend Marienberg
Die Andachten für die Sommerzeit wurden von Jugendlichen, Teenagern und jungen Erwachsenen der Evangelisch-methodistischen Kirche (EmK) in Deutschland verfasst.
Sie spiegeln die Breite des Glaubens und Denkens von jungen Menschen wieder. Die Verantwortung für den Inhalt liegt deshalb bei den AutorInnen.
Die Andachten für die Sommerzeit werden kostenlos an die Gemeinden der EmK in Deutschland abgegeben.
Sie dienen keinem kommerziellen Zweck und werden aus Mitteln des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend gefördert.