SOMMER ANDACHTEN 2026 GEDANKEN FÜR DIE URLAUBSZEIT - Play-Zeichen Pause-Zeichen

Andacht des Tages

Donnerstag, 06. August, Johannes 8,21-30

Wenn Freiheit plötzlich unbequem wird

„Die Wahrheit wird euch frei machen.“
So ein Satz, den man schon tausendmal gehört hat. Steht auf T-Shirts, in Insta-Bios, auf christlichen Postern. Und trotzdem catcht er mich immer wieder neu.

In Johannes 8 reden Menschen mit Jesus, die fest davon überzeugt sind, frei zu sein. Sie sagen sinngemäß: Wir waren nie Sklaven. Und ich denk mir: krass. Weil ich das auch oft denke.

Ich fühl mich frei. Ich entscheide doch selbst. Ich plane mein Leben, meine Projekte, meine Zukunft. Und trotzdem gibt’s diese Momente, wo ich merke: irgendwas hält mich fest. Gedanken, die nicht lockerlassen. Erwartungen, denen ich hinterherrenne. Dinge aus der Vergangenheit, die immer noch Einfluss haben, obwohl ich sie längst abgehakt haben wollte.

Jesus spricht das direkt an. Er redet von Sünde, von Gebundenheit, nicht um zu verurteilen, sondern um ehrlich zu sein. Und genau das mag ich an ihm. Er tut nicht so, als wäre alles easy, nur weil man glaubt. Er schaut dahin, wo’s wehtut.

Was mich dabei am meisten trifft: Jesus sagt nicht, Freiheit kommt durch mehr Anstrengung oder dadurch, dass ich alles richtig mache. Er sagt: Bleib in meinem Wort.
Nicht: perfektionierer dich!
Nicht: reiß dich zusammen!
Sondern: bleib bei mir!

Ich habe gemerkt, wie oft ich versuche, mein Leben selbst zu kontrollieren und es „Freiheit“ nenne. In Wahrheit ist es eher Druck. Und genau da spricht Jesus rein: Der Sohn macht frei. Nicht ein System. Nicht eine Leistung. Er.

Freiheit bei Jesus fühlt sich manchmal unbequem an, weil sie ehrlich ist. Weil Wahrheit Dinge ans Licht bringt. Aber genau darin liegt Hoffnung. Jesus nennt nicht nur das Problem, er bietet sich selbst als Lösung an!!

Vielleicht heißt Freiheit heute nicht, alles im Griff zu haben. Sondern loszulassen.
Zu bleiben. Und Jesus zu glauben, wenn er sagt: Wenn der Sohn euch frei macht, dann seid ihr wirklich frei.

Mika Drechsler, Hennersdorf

Die Andachten für die Sommerzeit wurden von Jugendlichen, Teenagern und jungen Erwachsenen der Evangelisch-methodistischen Kirche (EmK) in Deutschland verfasst.

Sie spiegeln die Breite des Glaubens und Denkens von jungen Menschen wieder. Die Verantwortung für den Inhalt liegt deshalb bei den AutorInnen.

Die Andachten für die Sommerzeit werden kostenlos an die Gemeinden der EmK in Deutschland abgegeben.
Sie dienen keinem kommerziellen Zweck und werden aus Mitteln des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend gefördert.