Die Geschichte aus Johannes 7,53–8,11 kennen viele: Eine Frau wird beim Ehebruch ertappt und öffentlich vorgeführt. Schriftgelehrte und Pharisäer stellen sie in die Mitte, alle sehen sie an, alle wissen angeblich sofort, was mit ihr passieren muss. Das Gesetz ist klar, die Schuld scheinbar auch. Und Jesus soll das Urteil bestätigen. Doch er tut etwas völlig Unerwartetes. Er diskutiert nicht über Schuld oder Strafe. Er sagt nur: „Wer von euch ohne Sünde ist, werfe den ersten Stein.“ Und plötzlich geht es nicht mehr um die Frau, sondern um die Menschen um sie herum. Um die, die urteilen. Um die, die sich sicher fühlen, weil sie gerade nicht in der Mitte stehen.
Wenn man ehrlich ist, sind wir meistens genau diese Menschen, die drumherum stehen. Wir stehen am Rand. Wir schauen zu. Wir bewerten. Du und ich. Vielleicht denken wir uns unseren Teil, vielleicht lachen wir aber auch laut mit unseren Freunden darüber. Über die anderen. Wir vergleichen uns mit anderen und kommen dabei ziemlich gut weg. Haben zwar unsere Fehler, aber das Tiktok ist ja viel bodenloser und so tief wie die im Trash-TV sind wir noch nicht gesunken. Wir kennen uns selbst und unsere Hintergründe, die der Anderen aber selten. Und das hält uns trotzdem selten vom Urteilen ab. Gleichzeitig wissen wir alle, wie es sich anfühlt, selbst verurteilt zu werden. Missverstanden zu werden. Auf einen Fehler reduziert zu werden. Vielleicht sogar zu Unrecht. Diese Erfahrung verbindet uns eigentlich alle. Und trotzdem tun wir oft so, als stünde uns das Urteil über andere zu.
Jesus dreht den Blick weg von der Frau und hin zu denen, die den Stein schon in der Hand halten. Er zwingt niemanden. Er zeigt nicht mit dem Finger auf jemanden. Er sagt auch nicht, ihr habt Recht oder ihr habt Unrecht. Und einer nach dem anderen geht. Nicht, weil plötzlich alles egal ist. Sondern weil jede und jeder merkt: Ganz so eindeutig ist es dann doch nicht. Am Ende bleibt Jesus allein mit der Frau zurück. Keine Steine. Keine Anklage. Aber auch kein Freifahrtschein. „Ich verurteile dich nicht“, sagt er. Und gleichzeitig: „Geh und sündige hinfort nicht mehr.“ Gnade und Verantwortung schließen sich nicht aus. Sie gehören zusammen. Vielleicht wäre unsere Welt ein anderer Ort, wenn wir weniger damit beschäftigt wären, andere kritisch zu betrachten, und stattdessen öfter bei uns selbst anfangen würden. Denn wenn jede und jeder sich selbst ehrlich hinterfragt, müssen wir nicht ständig über andere richten. Dann fallen die Steine vielleicht ganz von allein aus der Hand.
Über wen urteilst du besonders schnell – und warum? Wo misst du dich selbst anders als andere? Wann hast du dich zuletzt ungerecht beurteilt gefühlt? Achte bewusst auf Momente, in denen du innerlich über jemanden urteilst. Halt kurz inne und frage dich, was du gerade wirklich weißt – und was nicht. Vielleicht legst du den Stein innerlich beiseite. Mindestens einmal ganz bewusst.
Rebecca Leistner, Saupersdorf
Der Text, der uns heute begleitet, spielt mitten in einer hitzigen Diskussion. Jesus steht im Raum und mit ihm ganz viele Meinungen:
Einige sagen: Er ist wirklich der Prophet, den Mose ihnen angekündigt hat.
Andere sagen: Nein, er ist der Christus, der von Gott gesandte Retter.
Eine dritte Gruppe meint: Das kann doch nicht sein! Er kommt doch aus Galiläa und in der Heiligen Schrift heißt es doch, Christus soll von David abstammen. Er soll doch wie David aus Bethlehem kommen!
Schließlich beauftragten die Pharisäer und Priester die Tempelwachen, Jesus festzunehmen. Doch niemand wagte es, denn alle waren von seinen Worten beeindruckt. Das erzürnte die Pharisäer und Priester, nur Nikodemus nicht. Er, selbst ein Pharisäer, erinnerte daran, dass man niemanden festnehmen darf, ohne dass seine Schuld nachgewiesen ist. Dennoch hielten die anderen weiterhin starr an ihrer Meinung fest, dass kein Prophet aus Galiläa kommen könne.
Was für ein mutiger Typ, oder?
Nikodemus hätte sich in der Sicherheit seiner Leute verstecken können. Er hätte sich der Gruppe anschließen können, um keine Risiken einzugehen. Aber er tut es nicht. Er bleibt nicht in der eigenen Blase aus Vorurteilen und starrer Meinung hängen. Er denkt über das Gesetz und die Gerechtigkeit nach und öffnet sich gleichzeitig für Jesus, obwohl alle anderen skeptisch oder ablehnend sind.
Diese Bibelstelle und besonders die Geschichte von Nikodemus zeigen mir, wie leicht man, wie die Pharisäer, in den eigenen Gedanken stecken bleiben kann. Auch ich merke, dass ich manchmal denke, schon viel über den Glauben zu wissen und mich vor allem auf mich selbst verlassen zu können. Doch so kann mein Glaube nicht wirklich wachsen.
Ich brauche Menschen, die im Glauben erfahren sind, die mir neue Perspektiven eröffnen und an denen ich wachsen kann. Denn Glaube entsteht nicht allein, sondern im Miteinander und im gemeinsamen Unterwegssein.
Zwischen all den Stimmen in dieser Geschichte fällt mir auch auf, wie ruhig Gott handelt. Jesus drängt sich nicht laut in die Diskussion, er überredet niemanden mit starken Argumenten. Auch Nikodemus tritt nicht als großer Redner auf, sondern stellt eine einfache, ehrliche Frage – eine Frage nach Gerechtigkeit.
Nikodemus wirkt so, auf mich nicht wie jemand, der schon alles verstanden hat. Er ist unterwegs, offen für mehr als die festgefahrenen Meinungen seiner Umgebung. Genau das macht ihn für mich glaubwürdig.
Vielleicht kennen wir solche Situationen auch heute: viele Meinungen stehen im Raum, die Mehrheit scheint sich entschieden zu haben. Es wäre leicht zu schweigen oder mitzunicken. Doch gerade dann müssen wir uns fragen, welche Stimme wir wirklich hören wollen.
Für mich zeigt diese Geschichte: Glauben heißt nicht, immer klare Antworten zu haben. Glauben heißt, Fragen auszuhalten, offen zu bleiben für Neues und für Gottes Wirken.
Ich wünsche mir, etwas von diesem Mut des Nikodemus zu bewahren: den Mut, nicht alles wissen zu müssen, gerecht zu bleiben und offen zu sein für das, was Gott mir zeigen will – besonders dann, wenn ich zwischen den Stimmen stehe.
Vielleicht ist genau das die Einladung für uns heute: zwischen all den Stimmen nicht fertig sein zu müssen, sondern Gott zuzutrauen, dass er uns Schritt für Schritt weiterführt.
Simon Günther, FSJ Förderverein Evjumab
Gottlos sind immer die anderen.
So mag es auf den ersten Blick scheinen.
Ist die Welt zu dunkel, zu laut, zu brutal, zu chaotisch, zu hierarchisch, zu …………… (hier bitte tagesaktuelle Gefühlslage selbst eintragen) dann ist sie: gottlos.
Denn Gott ist gut. Die Welt ist schlecht.
Also auch der Mensch?
Wenn in jedem Winkel der Welt, in jedem Land und auf jedem Fleck ein Kreuz aufgerichtet und auf die Bibel geschworen wird, ist sie dann gut?
Zweifel werden laut.
Zu viel Schlechtes, ja Böses gar, ist schon passiert, als mächtige Männer die Welt mit Verweis auf die Bibel unterwarfen. Menschengruppen wurde das Menschsein abgesprochen, Versklavung gerechtfertigt, Kolonien begründet. Hauptsache, sie sind nicht mehr gottlos.
Zum Glück ist die Bibel mehr als nur Psalm 53 (bzw. Psalm 14, schaut mal rein!).
Sie ist vielstimmig und bietet unterschiedliche Perspek-tiven an.
Bei all dem Leid in der Welt und der Dunkelheit um uns herum, kann man schon mal richtig wütend werden. Oder verzweifelt. Oder man verflucht die Welt und alle, die darin leben.
Doch dabei bleibt die Bibel nicht stehen.
Es gibt unzählige Texte der Hoffnung, die ein Zukunftsbild malen, in dem Völker sich verstehen und Löwen bei den Lämmern liegen. In denen Gott jede einzelne Träne abwischt, bei den Menschen wohnt und die Liebe gewinnt.
Als Christ lese ich die Heilige Schrift im Glauben, dass Gott sich in Jesus von Nazareth ganz gezeigt hat. In der Geschichte von Jesus wird deutlich, dass die Welt eben kein gottloser Ort ist.
Sondern dass Gott selbst in diese Welt kommt. Jesus zeigt, wie Liebe konkret werden kann. Wie Menschen sich begegnen können und echte Veränderung möglich wird.
Dass genau dieser Jesus von den Mächtigen seiner Zeit ans Kreuz gebracht wird, macht deutlich, wie sehr die Welt sich darum bemüht, gottlos zu sein.
Aber sie schafft es nicht.
Christlicher Glaube behauptet, dass die Niederlage am Kreuz der größte Sieg ist. Dass genau dort auf Golgatha sichtbar wird, wo wir Gott finden können. Am Rande der Gesellschaft, bei den Ausgegrenzten und Unterdrückten. An den Orten, die durch die scheinbare Gottlosigkeit der Welt entstehen und wo das Leid am größten ist. Da lebt Jesus. Auch heute noch.
Ich finde Gott also nicht unbedingt da, wo es groß drübersteht. Wenn christlich draufsteht, ist nicht immer unbedingt Jesus drin.
Ich blicke in den Abgrund des menschlichen Miteinanders.
Von dort ist die Botschaft leise zu hören: das Reich Gottes ist hier. Veränderung ist möglich.
Gott ist da.
Pastor Moritz Mosebach
In dieser Bibelstelle geht es richtig drunter und drüber. Zuerst wundert sich die Menge, dass Jesus nicht festgenommen wird und denkt, die Anführer würden jetzt an ihn glauben. Kurz darauf lehnen sie ihn aber wieder ab – nur wegen seiner Herkunft.
Wie oft lassen wir uns eigentlich davon beeinflussen, was andere denken? Und wie oft stecken wir selbst Menschen in Schubladen – wegen Herkunft, Sprache, Bildung oder was auch immer? Wir glauben oft, alles beurteilen zu können, so wie die Leute in der Geschichte. Aber ihr Urteil war falsch. Jesus hatte recht: Er ist der Messias, er ist der Weg, die Wahrheit und das Leben, er schenkt das Wasser des Lebens.
Auch wir liegen oft falsch mit unseren Einschätzungen. Ich kenne das nur zu gut: Ich bin ein ziemlich kritischer Mensch. Wenn ich in einem Buch oder einer Andacht auf einen Punkt stoße, den ich anders sehe, schalte ich oft ab und denke, ich weiß es besser. Damit verpasse ich aber, dass Gott gerade durch diese Andacht, dieses Buch oder diese Menschen zu mir sprechen möchte – Menschen, die ich vielleicht schon in eine Schublade gesteckt habe. Kennst du das auch?
Besonders spannend: Die Geschichte spielt beim Laubhüttenfest. Da erinnern sich die Juden daran, was Gott alles Großes getan hat, wie er sie aus Ägypten geführt und in der Wüste beschützt hat. Das Schlafen in den Laubhütten erinnert jedes Jahr daran, dass sie auf Gott angewiesen sind. Und so sagt Jesus dazu in Vers 37: „Wer Durst hat, der komme zu mir und trinke!“ Mit „lebendigem Wasser“ meint er den Heiligen Geist.
Wir brauchen den Heiligen Geist genauso wie die Menschen damals: um Jesus zu verstehen, sein Wort anzunehmen, andere nicht zu verurteilen und zu erkennen, was in einer Welt voller Möglichkeiten richtig ist.
Gebetsimpuls:
„Jesus, hilf mir, nicht immer meine eigene Meinung über alles zu stellen und mich über andere zu erheben. Vergib mir, wenn ich Menschen in Schubladen stecke. Bitte sei bei mir mit deinem Heiligen Geist und zeig mir, wie ich leben soll. Ich brauche dein Wasser des Lebens, um in dieser verrückten Welt Halt zu haben. Amen.“
David Rümmler, Jugendmitarbeiter bei der Evangelischen Jugend Marienberg
In dem heutigen Text lehrt Jesus im Tempel. Dafür erfährt er den Hohn und die Verurteilung der Gelehrten, welche nicht verstehen, wie er lehren kann, ohne die gleiche Lehre wie sie erfahren zu haben. Sie halten ihn für einen Heuchler. Außerdem wird er dafür verurteilt, dass er am Sabbat heilte. Gleichzeitig vollziehen Gelehrte, wenn der achte Tag auf einen Sabbat fällt, die Beschneidung. „Ist das gerecht?“, entgegnet Jesus den Gelehrten.
Können wir uns aus den Geschehnissen und Aussagen Jesu im Tempel noch etwas für das heutige Leben nehmen? Wir können uns einiges für den Umgang miteinander und unser Gerechtigkeitsverständnis abschauen.
1.
Nur weil wir uns in der heutigen Zeit immer weiter spezialisieren und immer weiter nach höheren Abschlüssen streben, heißt das nicht, dass man sich Wissen, Können und Fähigkeiten nicht auch anders aneignen kann. Nur weil ein anderer in einer Fachdisziplin bessere Noten oder mehr Zertifikate und Abschlüsse hat, muss er nicht näher an der Wahrheit sein. Wie Jesus schon sagte, kommt es darauf an, ob es einem nur um die eigene Ehre geht oder ob man mit voller Überzeugung für die Sache steht und es einem dabei nicht auf das Ansehen ankommt. Wem es um die gleiche Sache geht, wird dann auch erkennen, wer Wahrheit kundtut und wem es nur auf seine eigene Persönlichkeit ankommt. Bevor wir vorschnell urteilen, sollten wir uns also selbst prüfen und den anderen die Gelegenheit geben, ihr Können und Wissen mit uns zu teilen, auch wenn sie es sich auf anderen Wegen als wir - vielleicht sogar auf sehr unkonventionellen Wegen - angeeignet haben. Wenn wir aufmerksam sind, werden wir stets merken, wer Wahrheit spricht.
2.
Nur weil etwas auf den ersten Blick recht oder unrecht wirkt, muss es das nicht sein. Hätte Jesus einen Menschen nicht heilen sollen, nur weil Sabbat war, während die Beschneidung am Sabbat stattfinden darf, weil sie auf Grund der Gesetze am achten Tag stattfinden muss? Wir sollten uns auch heute immer fragen, ob etwas recht oder unrecht ist. Dabei sollte man jedoch nicht nur auf das Offensichtliche achten, sondern auf das Ganze. Gerecht ist nicht gleich. Wir dürfen nicht verurteilen, ohne vorher alle Aspekte zu prüfen. Nach den Gesetzen ist am Sabbat Ruhe zu halten. Doch wie Jesus schon an diesem Tag im Tempel erklärte, müssen auch Gesetze ausgelegt und alle Gesetze gleich berücksichtigt werden. Es wäre unverantwortlich gewesen, einen Menschen nicht zu heilen und sterben zu lassen (Du sollst nicht töten). Auch heute basiert unser Rechtsystem darauf, dass nicht verurteilt wird, ohne vorher alle Aspekte zu untersuchen.
Lasst uns also im Alltag nicht von anderen, welche uns unterschätzen, einschüchtern oder gar einschränken. Prüfen und wägen wir stattdessen ab, ehe wir selbst über Recht oder Unrecht, wahr oder unwahr urteilen. Nur so können wir über uns selbst sagen, dass wir gerecht handeln.
Max Bretschneider, Halle (Saale)
Schon ein wenig seltsam, oder?
Gerade noch hat Jesus Kranke geheilt, viele Menschen satt gemacht, tolle Predigten gehalten. Und jetzt sieht es so aus, als ob er sich geradezu versteckt.
Hat Jesus etwa Angst?
Seine Brüder verstehen ihn auch nicht. Sie fühlen sich ein bisschen wie seine PR- Agenten: „Los, komm schon. Wenn du König werden willst, musst du dich zeigen! Das größte Fest des Jahres steht an. Die Leute müssen dich hören und sehen. Bisschen predigen hier, kleines Wunder da, vielleicht noch bisschen Merch – das wird groß“
Sie hatten nicht verstanden, worum es Jesus geht. Sie glaubten nicht wirklich, dass Jesus Gottes Sohn ist. Sie sahen einen großen Deal für sich: Wenn der Bruder König wird, dann fällt für sie bestimmt was ab vom großen Ruhm und Reichtum.
Aber Jesus geht es nicht um Popularität. Jesus geht es um die Menschen, um ihre Beziehung zu Gott und das Vertrauen auf seinen Plan, ums ewige Leben.
Und weil er sich ganz auf Gottes Plan verlässt und nur danach handelt, weiß er, dass eben jetzt noch nicht die richtige Zeit ist, um öffentlich aufzutreten. Er hat das „Go“ seines Vaters noch nicht.
Dass es die richtige Entscheidung war, zeigt sich, als er sich inkognito unter die Menschen mischt.
Was nehme ich mit aus der Geschichte?
Die Frage, wie es um meinen Glauben an Jesus bestellt ist.
Habe ich nur einen Deal, um vielleicht am Ende gut dazustehen? Oder habe ich eine echte Beziehung zu Gott, zu Jesus? Vertraue ich ihm in allen Situationen und überlasse ihm die Führung, auch wenn das nicht immer leicht ist? Wie ist es bei dir: Deal or Relationship?
Corinna Kluge, EmK Zschorlau
Um den Bibeltext zu verstehen ist es wichtig, die Vorgeschichte zu kennen. Der Bibelstelle geht die Speisung der 5000 voraus. Jesus macht mit fünf Gerstenbroten und zwei Fischen eine Menschenmenge von weit mehr als 5000 Personen satt (damals zählte man nur die Männer), und es bleiben sogar zwölf Körbe mit Brotresten übrig. Nach diesem Wunder folgt ihm die Menge nach Kapernaum. Als sie ihn dort auffinden, konfrontiert Jesus sie damit, dass sie ihm nur folgen, weil er sie satt gemacht hat und nicht, weil es ihnen um ihn und seine Wunder geht. Er sagt zu ihnen: „Ich bin das Brot des Lebens, […] Wer zu mir kommt, wird niemals wieder hungrig sein, und wer an mich glaubt, wird nie wieder Durst haben“ (Johannes 6:35 Hfa). Jesus geht es um unser Leben in Ewigkeit. Er will unser ganzes Leben. Darauf reagieren die Menschen unterschiedlich. Da gibt es zum einen die falschen Jünger. Sie glauben an einen falschen Jesus, sie haben ein falsches Bild von Jesus und sie ärgeren sich über die klare Botschaft des echten Jesus. Wenn dieser Jesus wirklich Gott wäre, müsste man ja alles tun was er sagt. Auch heutzutage ist es einfach, einem falschem Jesus hinterherzulaufen. Zum Beispiel einem Jesus der mir immer sagt, dass er mich liebt, ohne auf meine Sünde aufmerksam zu machen, oder einem Jesus zu dem ich in schlechten Zeiten kommen darf, aber wenn es mir gut geht ist er mir egal, oder einem Jesus mit dem ich Gemeinschaft haben kann, aber nur wenn alles nach meinem Plan läuft. Das ist ein falscher Jesus, den die Bibel nicht kennt. Wir sollten uns also fragen: Folgen wir dem echten oder einem falschen Jesus nach? Der echte Jesus ist kein netter Zusatz für sonntags in der Kirche, sondern er will Teil unseres gesamten Lebens sein. Die falschen Jünger entscheiden sich gegen den echten Jesus und verlassen ihn. Daraufhin fragt Jesus seine zwölf engsten Jünger, ob sie ihn jetzt auch verlassen würden und Petrus antwortet: „Herr, zu wem sollten wir gehen?“ Sei ein echter Jünger wie Petrus. Er hat eine ganz wichtige Sache erkannt. Für ihn ist klar, es gibt keine Alternative, und er ist mein Herr, das heißt ich bin ihm unterstellt und gehöre ihm mit meinem ganzen Leben.
Jesus kann uns Sachen geben, die uns kein anderer geben kann. Er gibt uns ewiges Leben, Vergebung der Schuld, Leitung und Führung, Gnade, Liebe und vieles mehr. Der Grund für die unterschiedlichen Reaktionen ist also, dass die einen erkannt haben, dass sie erlösungsbedürftige Sünder und deshalb auf einen Retter angewiesen sind. So ist es auch für uns wichtig, dass wir erkennen, dass wir nur durch Jesu unschuldiges Sterben am Kreuz gerettet sind, es glauben und dementsprechend leben
Jakob Regel, Forchheim,
Evangelische Jugend Marienberg
Die Andachten für die Sommerzeit wurden von Jugendlichen, Teenagern und jungen Erwachsenen der Evangelisch-methodistischen Kirche (EmK) in Deutschland verfasst.
Sie spiegeln die Breite des Glaubens und Denkens von jungen Menschen wieder. Die Verantwortung für den Inhalt liegt deshalb bei den AutorInnen.
Die Andachten für die Sommerzeit werden kostenlos an die Gemeinden der EmK in Deutschland abgegeben.
Sie dienen keinem kommerziellen Zweck und werden aus Mitteln des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend gefördert.