SOMMER ANDACHTEN 2026 GEDANKEN FÜR DIE URLAUBSZEIT - Play-Zeichen Pause-Zeichen

sommerandachten 2026

Sonntag, 23. August, Psalm 119,73-80

In guten wie in schlechten Zeiten

Jeden Morgen vor der Arbeit stehe ich auf und mach mir ein Kaffee dann setz ich mich an den Tisch und habe 3min mit Gott. Klar habe ich nicht immer die Motivation dazu, aber es gibt mir Halt. In guten Zeiten gibt mir die Zeit mit Gott noch mehr Kraft und Verständnis. In schlechten Zeiten gibt es mir Halt und Hoffnung. Im Alltag fällt es oft schwer, Gott und die Bibel zu integrieren. Und in guten Zeiten beten wir manchmal weniger oder haben den Fokus darauf verloren, doch eigentlich sollten wir genau dann dankbar sein, dass wir es aus der schweren Zeit mit seiner Kraft geschafft haben. Vieles ist in guten Zeiten so selbstverständlich. Der schöne Sonnenuntergang, die Schmetterlinge im Frühling, der Sternenhimmel und noch vieles mehr. Doch das alles sind Geschenke Gottes, die mehr Wertschätzung verdient haben egal ob in guten
oder in schlechten Zeiten.

Lilly Zieboll, Frankenberg


Samstag, 22. August, 1. Johannes 2,1-6

Ach falsch, richtig? – Das sind doch mensch-liche Kategorien!

Wenn man den Text zum ersten Mal liest, fallen einem sicher sofort Menschen ein, die man in die Falsch-Kategorie stecken würde. Menschen, die sagen, sie handeln gemäß Gottes Wort. Wo man selbst aber denkt, ist das tatsächlich so? Und man denkt wahrscheinlich auch, dass man selbst zur Richtig-Kategorie gehört. Diejenigen, die Gottes Wort wirklich verstanden haben und danach handeln.
Aber denken wir einmal genauer darüber nach! Wenn man selbst sagt: „Ich handle richtig und die anderen falsch.“ Weshalb sollten es die anderen nicht genauso sehen? Woran misst man denn, wer jetzt richtig liegt und wer nicht?
In dem Text steht in Vers 6: „Wer also behauptet, mit Christus verbunden zu sein, soll auch so leben wie Christus gelebt hat“. Ich denke es ist unmöglich genauso zu leben, wie Jesus lebte. Nichtsdestotrotz denke ich, er ist das beste Vorbild, was man haben kann. Und viele seiner einfachsten Aussagen, sind eigentlich gar nicht so schwer nachzuleben.

Wie zum Beispiel…

  • „Alles, was ihr von anderen erwartet, das tut auch für sie! […].“ (Matthäus 7, 12)
  • Das Gleichnis vom Barmherzigen Samariter – Das Liebesgebot (Lukas 10, 25-37)
  • „Richtet nicht, damit ihr nicht gerichtet werdet! …“ (Matthäus 7, 1-2)

Ich finde, wenn man ein Nachfolger von Jesus sein und so leben möchte, wie er lebte, sollte man mit diesen Dingen anfangen. Auch wenn man nicht alles perfekt macht, denn  jeder macht Fehler, sollte man dennoch versuchen,
so gut wie möglich nach Gottes Wort zu leben. Denn vor ca. 2000 Jahren hat Jesus was ziemlich Cooles gemacht. Er ist, obwohl er nie gesündigt hat, oder gerade weil er nie gesündigt hat, für die Sünde von uns Menschen gestorben. Und das nicht nur für die Menschen damals, sondern auch für uns heute. Denn er wusste, dass wir Menschen es nicht allein schaffen werden, komplett nach Gottes Wort zu leben und keine Fehler zu machen. Doch weil Gott eine Beziehung mit uns haben will, hat er Jesus, seinen Sohn, gegeben, damit wir zu ihm kommen können. Jesus hat also den Weg für uns frei geräumt, weil wir es nicht allein schaffen können.
Genau darum geht es in den ersten beiden Versen dieses Kapitels. Dort wird gesagt: ihr sollt nicht sündigen, aber wenn ihr es doch tut, seid ihr nicht verloren. Denn Jesus ist für unsere Sünde gestorben.
Das heißt nicht, dass man jetzt herumlaufen soll und sich wie das letzte Arschloch verhalten kann, nur um dann zu sagen: „Jesus vergibt mir meine Sünden sowieso.“ Denn genau von diesen Menschen wird im Vers 4 gesprochen. Sie sagen sie kennen Gott, doch tun bewusst Dinge, die gegen seinen Willen sind. Im selben Moment liegen Menschen, die sich an Gottes Wort halten auch nicht immer richtig. Wie schon oben gesagt, jeder Mensch macht Fehler. Es geht nur darum, wie man damit umgeht.
Die Kategorien falsch und richtig scheinen zwar einfach zu sein, vor allem wenn es darum geht das Verhalten anderer einzuordnen. Aber eigentlich geht es doch um Gottes Wille oder nicht Gottes Wille; und es geht auch nur um das eigene Verhalten. Natürlich darf man mit anderen darüber reden, wenn man das Gefühl hat, sie geraten auf eine falsche Bahn. Doch die Entscheidung, daran was zu ändern, liegt schlussendlich bei jedem selbst. Jeder muss selbst erkennen, ob er nach Gottes Willen handelt oder nicht. Denn die Entscheidung Gottes Vergebung anzunehmen, kann jeder nur für sich selbst treffen.

Gott interessiert unsere menschliche Einteilung in falsch und richtig nicht. Gott interessiert es, ob du Fehler, die du begangen hast, wirklich bereust und dir von ihm ein neues Leben geben lassen möchtest.

Anni Weber, Hartmannsdorf


Freitag, 21. August, 1. Johannes 1,5-10

Leben im Licht – echte Beziehung

Sibirien. Wir schreiben den 20. Februar 2025. Obwohl es -5° C sind, liege ich oberkörperfrei auf dem Balkongeländer in der Sonne. Durch den Schnee ist alles still. Warum bin ich überhaupt hier? Wie ich nach Sibirien gekommen bin, ist eine längere Geschichte. Aber warum ich hier liege? Ich bin mit Gott im Gespräch. Das klappt meist am besten, wenn ich und alles um mich still ist. Ich stecke in einer Beziehungskrise und will von ihm wissen, wie ich handeln soll. Was Gott mir zeigt: Reinheit ist dran. Da gibt es noch offene Konflikte zwischen mir und anderen Menschen.

Wenn mein Herz rein ist und meine Gedanken still, bin ich erst wirklich bereit zu empfangen.

Ich möchte mich füllen lassen von Gott, seiner Liebe und seinem Licht.

Er kennt mein Herz und weiß, was am besten für mich ist.
All die verschiedenen Stimmen in mir müssen erstmal zur Ruhe kommen. Ich brauche Klarheit und will mich leiten lassen von Gott.

Wir kommen zurück zu unserer Bibelstelle: Johannes vertieft den Unterschied zwischen Licht und Finsternis. Wahrheit und Lüge. Ein Leben mit und ohne Jesus.

Er schreibt an die ersten Gemeinden damals, die gerade in einer Krise stecken. Es gab viel Verwirrung und falsche Lehren. In so eine Situation kann ich mich gut reinversetzen. Es gibt so viel Verwirrung in unserer Welt. Lügen, Fakenews und so viele Meinungen. Da kann man sich schnell verirren.

Aber was ist Wahrheit? Was ist ,,das Licht‘‘?
Wie so ein Leben im Licht aussieht, findet man auch in Galater 5. Dort beschreibt Paulus die Früchte des Geistes. Der heilige Geist ist die Kraft Gottes in uns. Durch ihn können wir unterscheiden.

Ein Leben im Licht zeigt sich in einem Leben voll von Liebe, Freude, Frieden, Geduld, Freundlichkeit, Güte, Treue, Selbstbeherrschung, … (Gal 5, 22 f.)

Wenn du jetzt kurz in dich reinblickst, wirst du wahrscheinlich feststellen, dass deine Gedanken und Handlungen nicht immer so geprägt sind. Ich merke, dass oft das Gegenteil der Fall ist. Das beschreibt Paulus als die Auswirkungen, wenn man sich von seiner eigenen Natur bestimmen lässt. Dinge wie Pornografie, sexuelle Unmoral, Verherrlichung von Geld, Autos oder Influencern, Streit, Eifersucht, Rechthaberei, Neid, sinnloses Rumfressen, sich betrinken usw. (Gal 5, 19 f.) Wie oft ich bei solchen Dingen schon nachgelassen habe, oder gar Jahre darin verbracht habe…

Wie kann ich da glauben, dass Gott in mir lebt? Wenn da doch so viel Dunkelheit in meinem Leben ist?

Eph 5,13: Alles was aufgedeckt wird, ist dann im Licht als das sichtbar, was es wirklich ist.

Es geht nicht darum, dass wir ein perfektes Leben führen, ohne Sünde, ohne Lüge. Aber es geht darum, dass wir unsere Sünde klar bekennen. Das wir uns vom Licht Gottes füllen und von Jesu Blut reinigen lassen.

Will ich so ein Leben leben? Bin ich bereit Licht auch in meine finsteren Ecken zu lassen?

Wenn wir im Licht leben, haben wir Gemeinschaft, mit Gott und mit den Menschen(1.Joh1,7). Wir leben, wie Christus es uns vorgelebt hat (V.6).

Wir beamen uns gedanklich nochmal zurück nach Sibirien. Die Sonne wärmt mich. Ich spüre wie die Strahlen meinen Körper durchdringen. Und immer, wenn ich meine Augen öffne, schießt das Licht in mich hinein.
So will Gott mich durchdringen. Er soll alles bekommen. Ich will in der Wahrheit leben. Gemeinschaft haben. Im Licht leben.

Be real to yourself: Gesteh dir deine Sünden ein.

Lass mal bissle Sonne rein in dein Herz.

Werde still, geh ins Gebet und öffne dich Gott.

Wo darf Jesus verändern?

Er hat sein Leben ganz für dich gegeben. Gib du ihm deins komplett.

Jonas aus Borstendorf, EvJuMab


Donnerstag, 20. August, 1. Johannes 1,1-4

Jedes Feuer startet mit Funken

Guten Morgen ihr Lieben. Ich hoffe, ihr habt euch euren Morgenkaffee gemacht, euch hingesetzt und könnt mit folgenden Worten erheitert in den Tag starten.
Im Anfang des ersten Johannes-Briefes schreibt der Autor über Gott als Ursprung allen Lebens, der sich offenbart hat und der uns das ewige Leben schenkt.

Gesondert möchte ich aber hervorheben, dass die Gemeinschaft mit Christen gleichzeitig die Gemeinschaft mit dem auferstandenen Christus ist (Vgl.V.3). Habt Mut und Zuversicht, allein die Gemeinschaft mit anderen Menschen, egal ob Heiden oder Gläubigen, ist Gemeinschaft mit Gott. Wir, die wir unser Leben in Gottes Hand gelegt haben, sind alle ein Funken in der Flamme seines alles überstrahlenden Lichts. Du fragst Dich vielleicht, ob nicht noch mehr dazu gehört, ein Segen zu sein, als „nur“ da zu sein für den/die „Anderen“? Das stimmt! Jesus lehrt uns unseren Nächsten zu lieben, wie Gott uns liebt.

Weihnachten ist zwar schon 8 Monate vorbei, aber wenn ich diese Zeilen schreibe, ist es erst drei Wochen her, und in dem Lied „Macht hoch die Tür“, das mir nach vor durch den Kopf summt, wird in der zweiten Strophe gesungen:

„Er ist gerecht, ein Helfer wert;
Sanftmütigkeit ist sein Gefährt,
Sein Königskron ist Heiligkeit,
Sein Zepter ist Barmherzigkeit“.

Diese Eigenschaften hat Gott auch in uns hineingelegt, und wir dürfen erleben wie unser Leben und das unserer Nächsten Segen erfährt.
Die wachsende Erfahrung mit Gott an unserer Seite führt dazu, dass Sanftmut, Barmherzigkeit und Liebe an Stellenwert gewinnen können und der Funke des Segens auch ein ganzes Feuer entfachen kann, an dem jeder unserer Mitmenschen sich wärmen kann und Licht in der Nacht hat. Ich will euch ermutigen und sagen, dass jeder Mensch mit diesen drei Worten (Sanftmut, Barmherzigkeit und Liebe) im Herzen zum Segen werden kann.

Amen

Anton Rochlitzer, Crinitzberg


Mittwoch, 19. August, Johannes 10,31-42

Da bin ich aber anderer Meinung!

Das hat er nicht gesagt? Das kann sie doch nicht ernst meinen! Diese Meinung ist für mich unverständlich. Ich schlucke. Hole Luft. Und platze. Ich ziehe in den Krieg. Argumente? Hab ich. Ohne Ende. Ein Wortschwall bricht aus mir heraus. Harsch zähle ich auf, was ich an dieser Aussage kritisch finde. ÜÄberraschenderweise ändert das wenig. Die Stimmung wird kühler. Das war‘s.
Das ist ein Grund, warum ich manchmal auch nichts sage. Ich schlucke herunter. Beiße mir auf die Lippen. Haue ab. Verstumme. Überraschenderweise ändert das wenig. Meine Laune wird schlechter. Das war‘s.

Immer wieder treffe ich auf Menschen, die eine andere Meinung haben. Anders denken. Im Glauben. Im Alltäglichen. Im Politischen. Wie gehe ich damit um?

So macht’s Jesus.
Sein Gegenüber ist überzeugt: Jesus ist ein Gotteslästerer. Dieser Vorwurf wird ihm an den Kopf geknallt. Mehr noch. Das Gegenüber hat das Urteil bereits getroffen. Es werden schon Steine aufgehoben, um dieses Urteil zu vollstrecken.
Und Jesus? Weder schießt er zurück, noch verschwindet er. Er fragt nach. Und als sein Gegenüber mit der wieder gleichen Aussage antwortet, geht er tiefer darauf ein.
Aber nicht von oben herab. Als hätte er die Wahrheit mit Löffeln gefressen. Nein. Er geht in den Dialog. Er versetzt sich in das Denken und die Argumente seines Gegenübers. - Das kann er gut. Juden und Jüdinnen stehen vor ihm. Und Jesus selbst ist Jude. Auf diese Weise spricht er zu seinem Gegenüber: Er bringt einen Schriftbeweis, einen Vers aus den Psalmen. Und argumentiert, genauso wie ein Rabbi es auch täte. Er kommt vom Schweren zum Leichten: Wenn Gott selbst die Israeliten als Götter bezeichnet, dann ist Bezeichnung als Sohn Gottes doch nicht weiter schlimm? Doch genauso wie er auf sein Gegenüber zugeht, bezieht er unmissverständlich Position. Er steht für sich und seine Haltung ein: Der Vater ist in mir und ich bin im Vater.
Der Dialogversuch verändert nichts. Sein Gegenüber will Jesus festnehmen. Und nun setzt er eine klare Grenze. Er entzieht sich der Situation.
Das hat sie nicht gesagt? Das kann er doch nicht ernst meinen! Diese Meinung ist für mich unverständlich. Ich schlucke. Und hole Luft. Und probiere es einmal:
Ich frage nach.

Ich lasse mich ein auf das Anders-Denken meines Gegenübers. Ich will ehrlich verstehen.
Und trotzdem äußere ich ganz klar meine Position.
Ich bin gespannt, welche Gedanken sich in mir weiterentwickeln.

Doch auch ein Dialog hat Grenzen.
Nicht jedes Gespräch werde ich führen.
Wenn ich in Gefahr bin. Wenn ich von den diskriminierenden Äußerungen meines Gegenübers betroffen bin. Wenn mein Gegenüber den Dialog verweigert.
Dann ist es richtig und wichtig, dass ich mich dieser Situation entziehe und meine Grenzen achte.

Anna-Lena Wiblishauser, Heilbronn


Dienstag, 18. August, Johannes 10,22-30

Welcher Stimme folgst Du?

Vor kurzem erhielt ich einen Anruf von einer Freundin, die ohne Vorstellung gleich los sprudelte .... . Ich wusste aber sofort, wen ich da am Telefon hatte. Nach all der Zeit, die wir uns schon kennen, ist mir ihre Stimme in allen möglichen emotionalen Zuständen zutiefst vertraut. Die Zeit hat das Verstehen immer besser gemacht. Und manchmal müssen wir uns gar nicht sehen, um einander zu trösten, zu ermutigen ... es reicht oft schon, die Stimme der anderen zu hören.

Daran musste ich denken, als ich diese Jesusworte im Johannesevangelium las: „Meine Schafe hören meine Stimme, und ich kenne sie, und sie folgen mir“. Schafe sind schlaue Tiere. Sie kennen die Stimme ihres Hirten sehr gut. Ruft ein anderer Mensch, bleiben sie unberührt, distanziert. Sie haben ihr ganzes Leben mit diesem Hirten verbracht und wissen ganz genau, zu wem sie gehören und wer es gut mit ihnen meint. Selbst in dunkelsten Nächten können sie sich an seiner Stimme orientieren und beruhigen.
Dieses Bild nutzt Jesus um seinen Zuhörer:innen deutlich zu machen: ihr werdet mich nur wirklich (er)kennen, wenn ihr viel Zeit mit mir verbringt und bei mir bleibt. Wenn ihr persönlich erlebt, wer ich für euch bin. Allein vom „Wunder-Watching“ oder vom Zuhören was andere erlebt haben, werdet ihr meine Stimme und das, was mir wichtig ist, nie wirklich kennen(lernen). Und genau das ist das Problem, das Jesus bei seinen jüdischen Genossen bemängelt. Sie haben schon so viel von Jesus gehört, gesehen, gelesen - aber glauben können sie nicht. Weil sie unbeteiligte Zuschauer geblieben sind. Weil er ihnen trotz allem fremd geblieben ist. Weil sie die Nuancen seiner Stimme nicht kennen. Das, was es braucht, ist die direkte Begegnung, Auseinandersetzung und Beziehung mit Jesus. Dann kann sein Wort, sein Rufen, im Leben auch berühren, führen, stärken, ermutigen, Vertrauen wecken ...
Ehrlich gesagt, fällt es mir im Alltag manchmal schwer, seine Stimme zu hören. Da brüllt so viel auf mich ein: Medien, mein Handy, die Ansichten von den Menschen um mich herum ... Beruhigend oder besonders hilfreich ist das oft nicht. Und manchmal frage ich mich, ob ich den richtigen Ansichten (Stimmen) hinterherlaufe ... Darum: Jesus lädt Dich und mich heute neu ein, nah bei ihm zu bleiben und vertrauensvoll auf seine Stimme zu hören ... in seinem Wort, in einem Lied, im Zuspruch eines anderen Menschen ... . Weil er uns wirklich versteht/kennt und weiß, was wir brauchen. Weil er Zukunft schafft. Weil er hält, was er verspricht. Weil er der Beste ist! Welcher Stimme folgst Du?

Ellen Widmer, Marbach am Neckar


Montag, 17. August, Johannes 10,11-21

„Wahre Idylle“

Ja, es ist schon ein idyllisches Bild: grüne Wiesen, duftende Blumen und viele Schafe, die friedlich Grashalm für Grashalm abknabbern. Vielleicht hast du das gerade in echt vor dir, vielleicht sogar mit einem richtigen Hirten. Das sieht man ja nicht mehr alle Tage. Warum? - Es ist eben doch nicht nur Idylle, so ein Job als Hirte. Man muss sich auskennen mit den Schafen, man muss sich um sie kümmern. Man muss neue Weideplätze suchen, man muss ständig draußen sein. Ein Fulltime-Job, nix mit 35h-Woche. Und gefährlich ist es auch. Was, wenn tatsächlich der Wolf dasteht? Vielleicht gehörst du zu den mutigen, die den Kampf wagen würden. Trotzdem wird dir dein Leben lieber sein, als das der Schafe und die paar Euro, die du dafür bekommen würdest. Anders sieht es aus, wenn dir die Schafe selbst gehören, wenn deine Existenz von ihnen abhängt. Da wird dein Einsatz höher sein.

Nun ist es Jesus, der von sich sagt: „Ich bin der gute Hirte“. Seine Existenz hängt natürlich nicht von den Schafen ab, auch nicht von den Seinen. Trotzdem ist sein Einsatz der Höchste: er lässt er sein Leben für die Schafe. Weil er die Schafe liebt. Weil er dich liebt. Weil er weiß, dass unsere Idylle hier auf Erden nur Wunschdenken ist. In Wirklichkeit sind wir dem Tod ausgeliefert, wie eine Schafherde, die schutzlos dem hungrigen Wolfsrudel ausgeliefert ist. Wenn du aber zur Herde des Guten Hirten gehörst, egal ob du aus der Herde Israels kommst oder aus der Herde der Nationen, dann bist du geschützt. Der Gute Hirte schützt dich. Er gibt sogar sein Leben für dein Leben, wird selbst zum Opferlamm, weil er dich liebt. Am Kreuz auf Golgatha ist dies geschehen. Das war keine kleine Sache, im Gegenteil. Die Sünden der ganzen Welt trug er, auch meine und deine. Dieses Opfer machte den Wolf - den Teufel - nicht satt, es hat ihn vielmehr das Maul gestopft und besiegt. Jesus ist der Handelnde in der Weltgeschichte. Selbst als er starb, hatte er das Heft in der Hand. Weil er die Macht über Leben und Tod hat, nahm er das Leben zurück. Er scheute das größte Leid nicht, um uns zu retten. Er hat das ausgeführt, was schon vor Anbeginn der Welt bei Gott beschlossen war. Deshalb liebt ihn auch der Vater dafür, ganz anders als Väter, die ihre Söhne in sinnlose Kriege schicken, um ihren eigenen Stolz zu befriedigen.

Aber wie kommt man nun in die Herde des guten Hirten? Mach’s nicht wie die führenden Leute damals, die falschen Hirten. Sie hatten nicht nur Gottes Wort, sie haben sogar die Wunder gesehen, die Jesus tat, sie haben seine Stimme gehört – aber sie glaubten ihm nicht.

Du hast heute sein Wort und seine Stimme gehört – glaube ihm und folge ihm nach. Auch wenn der Weg aus dem Stall heraus schwierig wird und manche Schafböcke dich vielleicht aufhalten wollen, lass dir vom guten Hirten helfen. Auf seiner Weide wirst du sicher sein.

Michael Förster, Lauter-Bernsbach  


Die Andachten für die Sommerzeit wurden von Jugendlichen, Teenagern und jungen Erwachsenen der Evangelisch-methodistischen Kirche (EmK) in Deutschland verfasst.

Sie spiegeln die Breite des Glaubens und Denkens von jungen Menschen wieder. Die Verantwortung für den Inhalt liegt deshalb bei den AutorInnen.

Die Andachten für die Sommerzeit werden kostenlos an die Gemeinden der EmK in Deutschland abgegeben.
Sie dienen keinem kommerziellen Zweck und werden aus Mitteln des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend gefördert.