Jesus ist mit seinen Jüngern unterwegs. Aber er möchte weder Wunder vollbringen, noch große Menschenmassen unterrichten. Dieser Abschnitt aus dem Markusevangelium dreht sich vielmehr um die wahre Größe in Gottes Reich.
Jesus teilt seinen Jüngern zum zweiten Mal mit, dass er ausgeliefert und getötet wird, jedoch nach drei Tagen wieder auferstehen wird. Jesu Wissen über das ihm Bevorstehende und sein Gehorsam gegenüber dem göttlichen Plan zeigen, wie tief seine Liebe für uns reicht.
„Aber die Jünger verstanden nicht, was Jesus sagen wollte. […]“ (Mk 9, 32) Dieser Vers steht sinnbildlich dafür, wie schwer es uns Menschen fällt, Gottes Plan zu verstehen.
Anstatt jedoch einfach nachzufragen, beginnen die Jünger darüber zu diskutieren, wer von ihnen der wichtigste sei. Manch einer kennt diese Situation noch aus der letzten Gruppenarbeit, wo das eigentliche Thema im Streit über die eigene Wichtigkeit komplett unterging. Jesus aber, der unser Herz und unsere Gedanken kennt, nutzt die Chance, für eine Lektion über die wahre Größe in Gottes Reich.
Jesus sagt: „Wer der Erste sein will, der muss der Letzte von allen werden und allen anderen dienen.“ Dann schließt er ein Kind in seine Arme und erklärt: „Wer ein Kind wie dieses aufnimmt, und sich dabei auf mich beruft, der nimmt nicht nur mich auf, sondern auch den, der mich gesandt hat.“
Jesus fordert zum Umdenken auf, in unserer Welt, wo es so oft nur um Anerkennung, Macht und Geld geht. Er zeigt uns den Weg des Dienens.
Für Gott ist die Hingabe wichtig. Bei Gott sind die Dienenden groß. Das Bild des Kindes, das Jesus verwendet, symbolisiert Unschuld, Abhängigkeit und Einfachheit. Jesus ermutigt uns, wie ein kleines Kind zu vertrauen, demütig zu sein und einander zu dienen, ohne nach Anerkennung oder Belohnung zu suchen.
Dein persönlicher nächster Schritt für heute: Diene heute ganz bewusst, so wie Jesus uns gedient hat. Halte jemandem die Tür auf, überlasse jemandem deinen Platz im Bus, oder räume einfach mal die Spülmaschine aus. Überlege dir, wo du deinem Umfeld dienen kannst, halte die Augen offen.
Markus Kümmerlin, Leopoldshafen
Die Jünger sind im Höhenflug. Alles scheint ihnen möglich. Vor kurzem waren sie im „Praktikum“. Jesus hatte sie in die Dörfer geschickt, damit sie selbst ausprobieren, was sie bei ihm gesehen und gelernt haben. Und es hat funktioniert: Sie trieben viele Dämonen aus und heilten Kranke (Mk 6,13).
Seitdem erleben sie Wunder um Wunder: Tausende Menschen werden satt (Mk 6, 30-42 und Mk 8, 1-10) und Jesus heilt sogar Taube und Stumme (Mk 7,37). Mit IHM scheint alles möglich.
Nun der große Streit mit den Schriftgelehrten, weil es dieses Mal nicht klappt (Mk 9,14). Und Zweifel: Warum können sie diesen Jungen nicht heilen? Sie machen doch nichts anders als sonst auch! Was machen sie falsch? Haben sie etwas versprochen, das sie nicht halten können? Sie sehen die Verzweiflung des Vaters und können nichts tun.
„Hilf wenigstens du, wenn du es kannst!“ (Mk 9,22) Viel Hoffnung klingt nicht mehr aus den Worten des Vaters, mit denen er sich an Jesus wendet. Was hat er nicht alles versucht, um seinem Sohn zu helfen? Wie viele Opfer hat er gebracht? Trotz aller Enttäuschungen will er aber den Glauben nicht ganz aufgeben, auch wenn es ihm schwerfällt: „Ich glaube ja – und brauche dich, dass du mir in meinem Unglauben hilfst!“ (Mk 9,24)
Nun schauen die Jünger gespannt zu Jesus: Wird ER es schaffen? Wie macht ER es? Und dann: Warum hat ER es geschafft? Jesu Antwort ist ernüchternd: „Ihr hättet beten sollen!“ (nach Mk 9,29)
Hatten die Jünger denn nicht gebetet? Waren sie sich inzwischen zu selbstsicher geworden und wollten es aus eigener Kraft machen, statt aus der Kraft Gottes und nach seinem Willen?
Der Vater in dieser Geschichte zeigt mir: Jesus ist da, wenn ich selbst nichts tun kann. Ich darf mich in meiner Verzweiflung an IHN wenden und Zweifel offen ansprechen (Mk 9,24). Für ihn gibt es keine hoffnungslosen Fälle.
Und die Jünger zeigen mir, wie oft ich Gefahr laufe, Dinge aus eigener Kraft zu machen. Ich kann (gerade als „Berufschrist“) auch ohne lebendige Gottesbeziehung fromm wirken und anderen zeigen, was richtig sein soll. Aber wirkliches Heil erfahren sie nur, wenn meine Beziehung zum Vater und zum Heiligen Geist lebendig ist.
Es gibt kein Patentrezept, mit dem im Glauben alles funktioniert, kein Schema F. Jede Heilung, jedes Wunder Jesu ist anders. Aber alles tut er in lebendiger Beziehung zum Vater und zum Heiligen Geist. Diese Verbindung hält er durch das Gebet aufrecht. Also darf auch ich mich nicht allein auf mich selbst verlassen, sondern muss immer wieder die Beziehung zu Gott pflegen. Das Gebet hilft mir dabei…
Wolfgang Kauper, Bayreuth
Früher bin ich gerne in der Sächsischen Schweiz klettern gegangen. Ich mochte das Gefühl, einen Berg zu bezwingen und dann stolz vom Gipfel aus ins Tal blicken zu können. Diese Momente waren eine richtig gute Erfahrung für mich. In einem der Gipfelbücher las ich einmal einen Satz, der mir bis heute hängengeblieben ist. Er lautet: „Ich liebe die Berge, und das ist mein Recht, denn hier bin ich König, im Tal bin ich Knecht.“ Wenn ich auf einem Berg stehe, sehe ich die Dinge aus einer anderen Perspektive, alles wirkt kleiner und die Sorgen des Alltags bleiben im Tal zurück.
Jesus und seine Jünger steigen in der Geschichte ebenfalls auf einen Berg, und dort passiert etwas völlig verrücktes. Jesus beginnt plötzlich zu leuchten, und dann tauchen da auch noch Mose und Elia auf, die lange vor Jesus gelebt haben.
Was für eine außergewöhnliche Situation, welche die Jünger da erleben. Sicher haben sie bereits einiges mit ihrem Meister erlebt, und wissen, dass Jesus immer für eine Überraschung gut ist. Aber so etwas haben sie dennoch nicht erwartet. Ein richtiges Hochgefühl stellt sich ein.
Petrus schlägt sogar vor, ein Lager zu errichten, in der Hoffnung, diesen Moment irgendwie einfangen zu können. Er möchte dieses „Hoch“- Gefühl so lange wie möglich aufrechterhalten.
Und dann ist da plötzlich die Stimme von Gott, die ihnen bestätigt, dass Jesus wirklich sein Sohn ist. Was für ein Moment für die Jünger. Genau wie der Bergsteiger, haben sie jetzt eine andere Perspektive auf die Dinge. Ihre Zweifel wurden beseitigt, und sie sehen Jesus jetzt in völlig neuem Licht.
Mit diesem Wissen gestärkt kehren sie nun ins Tal zurück. Auch wenn Jesus sie bittet, nicht darüber zu reden, so gibt ihnen die Erfahrung trotzdem Kraft.
Auch wir brauchen solche Erfahrungen immer mal wieder in unserem Glaubensleben. Überlege doch einmal, was der letzte Höhepunkt in deinem Glauben war und wo du mal wieder so eine Erfahrung machen könntest. Ich wünsche dir einen schönen Sommer ;)
David Melle, Zwickau
Liebe Geschwister, heute wollen wir uns dem Wort aus Markus 8,34-9,1 zuwenden und darüber nachdenken, wie Jesus uns dazu aufruft, ihm in Hingabe, Selbstverleugnung und der Hoffnung auf das Reich Gottes nachzufolgen.
Die Worte Jesu in diesen Versen zeigen uns den Weg des christlichen Nachfolgers auf, geprägt von Hingabe, Selbstverleugnung und dem Tragen des Kreuzes. Doch was bedeutet es konkret, das Kreuz zu tragen, und wie können diese Prinzipien unser tägliches Leben beeinflussen, besonders angesichts der kleinen und großen Herausforderungen?
Im Alltag begegnen uns verschiedene Situationen, die wir als persönliche Kreuze empfinden. Seien es die großen Lebensentscheidungen oder die alltäglichen Probleme und Unannehmlichkeiten, die wir meistern versuchen. Ähnlich wie Jesus uns auffordert, unser Kreuz auf uns zu nehmen und ihm nachzufolgen, sind auch wir aufgerufen, unsere täglichen Herausforderungen im Licht seiner Lehren zu tragen.
Jeder von uns steht im Leben mal vor Aufgaben, die erledigt werden müssen, obwohl wir diese gerade viel lieber vermeiden würden. Oder wir haben Begegnungen mit Menschen, mit denen wir bei einem entspannten Nachmittag uns nicht mit ihnen befassen würden. Gerade für uns Methodisten können das Menschen sein, die von der Gesellschaft ausgeschlossen sind oder die uns herausfordern. Hier sind wir aufgefordert, diese Mitmenschen zu lieben und zu unterstützen und uns so sehr für sie einzusetzen, wie wir uns das für uns wünschen würden. Auch in Momenten, in denen es uns schwerfällt.
Das tägliche Kreuztragen bedeutet auch, unsere eigenen Schwächen zu erkennen und gegen sie anzukämpfen. Wir müssen uns den Herausforderungen stellen, die uns immer wieder einholen, und lernen, geduldig zu sein und einander zu tragen. In der Nachfolge Christi wird unser Leben so kostbar, dass es sich lohnt, unser eigenes Ich zurückzustellen und anderen zu dienen. Das kann die stetige Bibelkunde betreffen, die Gottesdienstbesuche am Sonntag um 10 Uhr morgens oder bei den Mahlzeiten auch vor Freunden oder Mitarbeitern zu beten, auch wenn es uns peinlich sein mag.
Die Entscheidung, Jesus nachzufolgen, hat nun mal ihren Preis, wie er selbst sagt: „Was nützt es einem Menschen, die ganze Welt zu gewinnen, wenn er sein Leben einbüßt?“ (Markus 8,36). Diese Worte erinnern uns daran, dass diese Nachfolge nicht immer leicht ist und Opfer erfordert. Doch der Lohn, den Christus gibt, übersteigt alles, was diese Welt zu bieten hat.
Der biblische Text fordert uns heraus, das Leben als so kostbar zu betrachten, dass es sich lohnt, es für Christus hinzugeben. Christen in Ländern, in denen sie täglich verfolgt werden, tragen ihr Kreuz unentwegt und sind dennoch bereit, es jeden Tag aufs Neue zu tragen. Möge der Heilige Geist uns in dieser Betrachtung leiten und unsere Herzen öffnen. Lassen wir uns gemeinsam darüber nachdenken, wie sehr wir bereit sind, unser Kreuz im Alltag zu tragen und dabei dem Beispiel unseres Herrn Jesus Christus zu folgen. Amen.
Chris Kaule
Hi Bibelstellen, was macht man damit und wie schreibt man eine Andacht? Was bedeutet das, was da steht? Was denke ich und was schreibe ich? Welche Form muss das ganze bekommen?
Mmh, Naja. So ungefähr habe ich angefangen mich mit dieser Sommerandacht zu beschäftigen. Die Arbeitstipps zum Andacht schreiben beinhalteten dann Dinge wie: „Was kann ich teilen, was mich am meisten berührt hat?“, oder, „Kläre den sozialen und historischen Kontext“ und auch, „Was ist mir wichtig? Was kann es bringen?“ (vgl. Arbeitstipps für Sommerandacht 2024). Darauf habe ich aufgebaut und mal aus meiner Sicht zwischen den Zeilen gelesen und mich darauf eingelassen, was mich bewegt.
Im sozialen Kontext haben Jesus und seine Jünger eine Gruppe von vertrauten Menschen und Freunden, die zusammen viel unterwegs sind und schon viel erlebt haben. Die Berufung Jesu war eine schwere Bürde und als Mensch der er war, war auch er nicht frei von Angst und Zweifel. Mit der Antwort: „Du bist Christus“ (Markus 8,29), drückt Petrus, im Namen aller Jünger, seinen Glauben, sein Vertrauen und seine Zuneigung zu Jesus aus. In der durch diesen Zuspruch bestätigten Gewissheit um dieses Vertrauen schöpft Jesus Kraft und erklärt seinen Freunden, was auf ihn als Christus zukommt. Anstatt dieses Grauen für seinen Freund einfach hinzunehmen, sucht Petrus das Gespräch und widerspricht ihm.
Die Reaktion von Jesus, ihn darauf als Satan zu bezeichnen, mag hart erscheinen, wenn man das als einen Akt der Zuneigung betrachtet. Aber indem er Petrus‘ + kritische Sicht und die darin enthaltenen Zweifel direkt abschmettert, probiert auch er einfach den eigenen, dadurch genährten Zweifel gar nicht erst Platz zum Wachsen zu gewähren. Dabei versteht Jesus die Zweifel von Petrus durchaus und erkennt sie aber als bei uns Menschen so tief verwurzelten Egoismus und ruft dazu auf die Welt aus der Sicht Gottes zu betrachten und danach zu handeln. Zu sehen, was nicht nur für sich selbst und die eigenen Freunde und Familie gut ist, sondern für die ganze Welt und alles Leben auf ihr.
Ich möchte dazu ermutigen genau das zu tun. Aus dem alltäglichen Egoismus zu einer göttlichen Sicht auf die Welt zu wechseln und dass wir uns fragen, was unsere Welt gerade braucht und was wir selbst dazu beitragen können. Das ist nicht immer einfach. Doch lasst uns alle, genau wie Jesus Kraft, Glaube und Vertrauen durch seine Freunde und Weggefährten zugesprochen bekommt, darauf vertrauen, dass wir das gleiche, von den Menschen, die wir lieben und die an das Gleiche glauben wie wir, erfahren dürfen und auch selber anderen zu Teil werden lassen. So können wir auch die größten Herausforderungen zusammen, als geliebte Mitmenschen, Gemeinde, Kirche und gesamte Menschheit durchstehen.
Nils Mantseris
Oft möchte ich einfach aufgeben. Es nützt doch nichts, weiterzumachen, es funktioniert doch eh nicht! Es hat gestern nicht funktioniert, vor einer Woche nicht, vor einem Monat nicht. Wieso sollte es jetzt funktionieren?
Es geht mir alles zu langsam! Ich habe vor Wochen angefangen und sehe kaum Besserung! Was soll ich noch machen? Vielleicht sollte ich einfach aufgeben…Diese oder ähnliche Gedanken kennt wahrscheinlich jede*r von uns. Aber aufgeben? Gibt es da keine bessere Alternative?
In Markus 8, 22-26 ist Jesus in Bethsaida. Die Menschen bringen ihm dort einen Blinden und bitten ihn um Heilung. Jesus nimmt den Blinden mit aus dem Dorf hinaus. Und da ist auch schon der erste Punkt. Wir brauchen Vertrauen und müssen Hilfe annehmen.
Blindheit war zur damaligen Zeit nochmal viel schlimmer als heutzutage. Heute kann man als Blinde oder Blinder ein fast normales Leben führen. Damals allerdings bedeutete blind zu sein, aus der Gesellschaft nahezu ausgeschlossen zu sein und komplett von der Hilfe anderer abhängig zu sein. Der Blinde in der Geschichte wird von seinen Freunden weggeführt. Den Leuten, die ihm sonst immer helfen und denen er vertraut. Er ist auf sich gestellt und muss Jesus vertrauen. Und das tut er. Er nimmt die Hilfe an, obwohl es eine große Überwindung sein muss, jemandem zu vertrauen, den man gar nicht kennt.
Aus dem Dorf raus, benetzt Jesus die Augen des Blinden mit Speichel (damals wurde Speichel eine heilende Wirkung zugesprochen) und legt ihm die Hände auf. Dann fragt Jesus den Blinden, ob er etwas sehe.
Der Blinde antwortet, dass er sehen könne, jedoch kommt auch heraus, dass seine Sicht noch sehr verschwommen ist, denn die Menschen, die er umherlaufen sieht „könnten genauso gut Bäume sein“.
An dieser Stelle hätte der Mann auch einfach aufgeben können. Es nützt ja nichts. Nicht einmal Jesus, seine einzige Hoffnung, kann ihm wirklich gut helfen… Die meisten wären an diesem Punkt zu resigniert gewesen, um der Sache noch eine Chance zu geben.
Doch der Mann resigniert nicht, er bleibt und Jesus legt ihm noch einmal die Hände auf. Nun konnte er wieder scharf sehen und alles deutlich erkennen. Wir sollten die Hoffnung auch nicht aufgeben, wenn es nicht so funktioniert, wie wir es uns vorgestellt haben. Stattdessen sollten wir es nochmal versuchen, bis es funktioniert.
Prozesse im Leben dauern oft einfach lange, brauchen mehrere Versuche. Das ist anstrengend, aber am Ende zählt doch das Ergebnis. Und sogar Jesus braucht manchmal zwei Anläufe, bis er mit dem Ergebnis zufrieden ist. Auf Jesus sollten wir vertrauen, seine Hilfe annehmen und nicht resignieren, wenn es nicht sofort funktioniert. Der Blinde tut das auch. Er vertraut ihm wortwörtlich blind!
Selma Huth, Berlin
„Halleluja, preist Jahwe! Ja, es ist gut, aufzuspielen unserem Gott! Ihn zu loben ist wunderschön!”
Das ist der erste Vers dieses Psalms. Daraufhin folgen 19 Verse, die dieses Lob beschreiben. Während ich diese Bibelstelle zum ersten Mal gelesen habe, habe ich an ein paar Stellen gestockt, weil Dinge genannt wurden, für die ich Gott nicht unbedingt loben würde. Beispielsweise steht in Vers 17 „In Brocken wirft er sein Eis herab. Wer kann bestehen vor seinem Frost?”. Zunächst wirkt dieser Vers allein wie ein Merkmal eines Gottes, dem nichts an uns Menschen liegt, aber mit dem darauffolgenden Vers „Dann schickt er ein Wort und alles schmilzt weg; das Wasser rinnt, wenn sein Wind weht.” wird deutlich, dass Gottes Macht gelobt wird und seine Fähigkeit all diese Dinge geschehen zu lassen und ebenso wieder rückgängig zu machen.
Ich glaube, dass der Autor dieses Psalms so überwältigt von Gottes Größe war, dass er sich auch die beängstigende Seite Gottes’ Macht klarmachen musste, denn genauso wie er von Hagel und Kälte überwältigt war, sind heutzutage viele von der Unendlichkeit des Weltalls und der Komplexität unseres Universums überwältigt. Dennoch sind auch die ein Beweis für die Herrlichkeit und Allmächtigkeit Gottes, die wir preisen.
Nachdem ich diesen Psalm dann also einige Male gelesen hatte, habe ich überlegt, wofür ich persönlich Gott loben würde. Einerseits für allgemeine Dinge, wie dass ich das Privileg habe in einem Land zu leben, in dem Frieden herrscht und ich die Möglichkeit habe meine Meinung frei zu äußern und damit sogar auf die Straße gehen zu dürfen.
Außerdem, dass ich ein Dach über meinem Kopf habe und mir keine Sorgen machen muss, wie ich mich die nächsten Tage versorge. Aber auch für größere Dinge bin ich Gott unendlich dankbar. Dass er die Natur so geschaffen hat, wie sie ist. Mit all den unterschiedlichen Seiten und der Vielfalt an Farben. Für die Sterne, die in der Stadt nur so selten gut zu sehen sind und doch immer da sind, egal ob sie beachtet werden oder nicht. So vieles hat Gott gemacht, dass ein ganzes Universum davon voll ist und sich immer noch ausbreitet, sodass wir Menschen es niemals komplett erforschen und erst recht nicht verstehen können.
Weshalb ich dieses Lob so wichtig finde, ist besonders, weil es uns vor Augen führt, dass Gott, der Berge, Wald, Sterne und das gesamte Universum kreiert hat, sich jeden einzelnen von uns ausgedacht hat und wusste, dass wir auf diese Erde gehören und wir das Leben hier auf der Erde besser machen.
Tabita Sieker, Minden
Die Andachten für die Sommerzeit 2024 wurden von Jugendlichen, Teenagern und jungen Erwachsenen der Evangelisch-methodistischen Kirche (EmK) in Deutschland verfasst.
Sie spiegeln die Breite des Glaubens und Denkens von jungen Menschen wieder. Die Verantwortung für den Inhalt liegt deshalb bei den AutorInnen.
Die Andachten für die Sommerzeit werden kostenlos an die Gemeinden der EmK in Deutschland abgegeben.
Sie dienen keinem kommerziellen Zweck und werden aus Mitteln des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend gefördert.